MP113 – Wie die Fair-Bio Genossenschaft den Biohandel zukunftssicher aufstellt – und warum das mehr ist als eine Branchenfrage

Bio boomt – und gleichzeitig geraten genau die Strukturen unter Druck, die Bio einmal möglich gemacht haben. Kleine Bioläden, regionale Erzeuger, handwerkliche Verarbeiter: Sie begegnen steigendem Preisdruck und einem Markt, der immer weniger nach Werten fragt. Was wäre, wenn die Antwort nicht mehr Markt ist, sondern mehr Gemeinschaft?
Hannah Heller spricht mit Joos van den Dool (Fair-Bio Genossenschaft) und Timo Wans (MYZELIUM) darüber, wie gemeinschaftsbasierte Mitgliedschaftsmodelle regionale Bio-Strukturen zukunftsfähig machen – und was das für kleine Bioläden konkret bedeutet.
Mehr zur gemeinsamen Vision gibt es hier im Blogartikel.

Blogartikel https://fairbio.bio/neustart-fuer-ein-anderes-wirtschaften/

Fair Bio : https://fair-bio-genossenschaft.de/

Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

Transkription

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Hallo und herzlich willkommen zum MYZELIUM-Podcast. Hier geht es um eine neue
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Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
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Wir nennen es gemeinschaftsbasiert Wirtschaften. Und dieser Podcast unterstützt
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dich dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
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Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
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und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM-Ökosystem und der Wandelbewegung.
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Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
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Herzlich willkommen zur 113. Folge des MYZELIUM-Podcasts für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.
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Heute geht es um die Fair-Bio-Genossenschaft und den gemeinschaftsbasierten
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Wandel der Bio-Branche, der Ernährungswirtschaft.
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Ich freue mich sehr, dass ich heute zwei Gäste habe.
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Den einen kennt ihr schon etwas besser, das ist der Timo Wanz,
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unser Geschäftsführer von MYZELIUM.
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Der darf sich jetzt auch gar nicht mehr vorstellen, weil den kennt ihr hoffentlich
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alle schon, die den Podcast hören. Hi Timo.
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Hallo.
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Und mein zweiter Gast, Joos van den Doel. Ich freue mich sehr,
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dass du hier bist, zum ersten Mal in unserem Podcast, obwohl wir uns schon länger kennen.
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Genau, hi, du bist Vorstand der FABIO-Genossenschaft, ne?
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Danke Hannah, ja, das stimmt's.
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Genau, und weil man dich hier in dem Podcast noch nicht so oft gehört hat oder
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noch gar nicht, würde ich mich freuen, wenn du einfach mal ein bisschen erzählst,
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genau, wer bist du, was hast du bisher schon so erlebt in deinem Leben und wie
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kommt es, dass du jetzt Vorstand der Fair-Bio-Genossenschaft bist und warum machst du das?
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Viele Fragen. Erzähl, was du erzählt magst.
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Danke, ja. Ich erzähle es vielleicht von hinten nach vorne.
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Ich bin jetzt seit ein halbes Jahr zusammen mit Karin Walter im Vorstand der Fabio Genossenschaft.
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Und da gerade angekommen, seit einem guten Jahr bin ich beim Erzählen freiberuflich
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in einigen Projekten aktiv, unter anderem auch in Begleitung von Projekten in der Biobranche.
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Und schon viel länger, 15 Jahre, bin ich selbstständig Prozessbegleiter,
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Organisationsentwickler, Moderator.
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Eigentlich am liebsten in Projekte, wo man co-kreativ arbeitet,
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also wo Menschen gemeinsam Neues in die Welt bringen und auch durch die Art
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und Weise, wie sie miteinander,
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zusammenarbeiten, gute Ideen umgesetzt werden.
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Und davor habe ich in der Architektur-Stadtplanung gearbeitet,
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im Bereich Beratung für die, also auch für komplexe oder für sehr partizipative
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Prozesse. Das ist mein Hintergrund.
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Und ich bin, wie ihr hören könnt, geburtiger Niederländer und seit 15 Jahren in Deutschland.
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Und ja, also irgendwie fühlt es sich ganz stimmig an, jetzt in dieser Genossenschaft
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Vorstand zu sein, weil diese Frage,
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wie geht man fair miteinander um und was braucht es alles dafür im Sozialen
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und im Wirtschaftlichen,
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das ist etwas, was mich schon sehr lange interessiert.
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Ich war schon vor meiner Studienzeit, habe ich zum Beispiel in einer sozial-ökologischen
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Bank lange gearbeitet und also einfach als Aushilfe,
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habe da ganz viel gesehen und ich habe sehr viel immer in werteorientierten
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Organisationen gearbeitet.
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Jus, du bist ja jetzt schon so ein halbes Jahr Vorstand der Fair-Bio-Genossenschaft
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oder schon länger, die Zeit fliegt.
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Seit Dezember, ja.
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Seit Dezember, also noch gar nicht so lange, genau. Und vielleicht kannst du
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aber mal so ein bisschen erzählen, genau, warum die Fair-Bio-Genossenschaft
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damals gegründet wurde und was jetzt vielleicht auch das Neue ist,
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was ihr beiden, Karin und du,
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da einbringen wollt oder für was ihr angetreten seid auch.
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Ja, sehr gerne. Also die Fairbio Genossenschaft, die gibt es seit über fünf Jahren.
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Die wurde vor der Corona-Zeit gegründet von Hermann Heldberg,
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der ist Geschäftsführer von Naturkost Eggershaus, also ein größerer Naturkostgroßhandel,
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der in ganz Mitte, Ost und Norddeutschland aktiv ist.
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Und mit dem Zweck auch wirklich fair in der Genossenschaft miteinander zu wirtschaften
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und was die Genossenschaft bisher gemacht hat, war eine also eine,
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denke ich, sehr wirksame Kampagne auch mit ganz vielen Gesichtern von bekannten
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Menschen, die sich dafür eingesetzt haben, dass.
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Also Bio in Deutschland noch nicht fair bedeutet und dass wir uns wirklich einsetzen
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müssen, um fair miteinander zu handeln.
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Also auch egal in welchen Art von Bio-Sieger, ob das jetzt Bio-Land-Demeter
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oder was auch immer ist, wird sehr viel festgelegt und reguliert über die Art
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und Weise, wie man Landbau betreibt.
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Aber wie danach gehandelt wird mit den Waren, ist eigentlich,
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ich würde mal sagen konventionell, ein bisschen überspitzt gesagt,
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aber darauf kommt es eigentlich an.
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Dass wir auch für den hier gehandelten Möhren, genauso für die fair gehandelte
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Banane, die von woanders kommt,
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wissen, es geht unseren Bauern und allen, die in der Wertschöpfungskette informiert
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sind, gut und sie können gut davon leben.
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Das ist aktuell bei weitem nicht der Fall und das hat viele Hintergründe,
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aber der Handel hat da, denke ich, eine große Werkmacht, um da Dinge anders
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zu machen und mit diesem Zweck wurde die Genossenschaft gegründet.
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Die Genossenschaft hat auch schon ziemlich schnell an die 150 Mitglieder,
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dazu gehören einige Produzenten und Großhändler, aber auch viele Konsumenten,
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also einfach Privatpersonen, die Mitglied geworden sind und Landwirte,
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Biobauern und Händler, auch Bio-Händler, Selbstständige, kleinere,
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meistens kleine, genau, Bio-Läden.
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Die Mitglied von der Fair-Bio-Genossenschaft sind. Es gibt auch einen Fair-Bio-Verein,
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die gibt es schon länger.
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Die hat 14 Mitglieder. Das klingt erstmal sehr überschaubar,
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aber die hat auch einen ganz anderen Zweck.
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Da geht es darum, ein Siegel wirklich für Fair-Bio-Produkte und Unternehmen zu etablieren.
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Und diejenigen, die dieses Siegel haben, die sind da Mitglied.
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Also das gibt es auch und damit kooperieren wir auch. Wir haben einen gemeinsamen
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Blog gemacht, auch neulich. Die können wir vielleicht hier auch verlinken.
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Und genau, das ist ganz spannend zu sehen, dass es mehr Menschen und Organisationen
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gibt, die sich dafür einsetzen möchten.
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Aber in der Regel habe ich den Eindruck, ist es bei den meisten Menschen noch
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überhaupt nicht angekommen, was wir hier für ein Thema haben.
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Wenn man sagt, okay, ich kaufe doch Bio ein, ist doch super und egal,
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ob ich das jetzt, ich sage mal ein bisschen überspitzt im Lidl oder im kleinen
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Lidl-Laden um die Ecke mache, ja, was macht das für große Unterschiede?
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Das macht einen riesengroßen Unterschied.
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Sollen wir da vielleicht nochmal echt tiefer reingehen, weil das finde ich so
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spannend und ich glaube, das ist auch wirklich ein Problem, dass da viel zu
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wenig drüber gesprochen wird.
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Also die Biobranche schüttelt es ja gerade ganz schön durch, auch und besonders,
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weil noch nicht so viele Jahre die bioproduzierenden Landwirte und verarbeitendes
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Gewerbe eben den Lebensmitteleinzelhandel, heißt die Supermärkte und so weiter,
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mit Bioprodukten beliefert.
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Und es eben nicht mehr der kleine Bio-Fachhandel ist sozusagen,
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der die Bio-Produkte hat, die besonderen Produkte, sondern es jetzt eben breit
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in den Markt, sozusagen auf den Markt durch die Supermärkte Gold wird.
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Und dann kann man ja einerseits sagen, hey, ist voll gut, der Biomarktanteil
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steigt ja auch sozusagen kontinuierlich nach oben, weil es eben in den Supermärkten jetzt drin ist.
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Gleichzeitig kämpft eben dadurch der Bio-Fachhandel viel mehr ums Überleben
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und auch die Großhändler sozusagen, die kleinen Bio-Großhändler müssen sozusagen
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neu abwägen, was passiert.
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Ja, kooperiere ich jetzt mit den großen Lebensmitteleinzelhandelsketten oder mache ich das nicht?
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Bleibe ich beim Bio-Fachhandel? Wie organisieren wir uns um?
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Und das sind schon krasse Umbrüche.
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Und ich glaube, dass viele Leute überhaupt nicht verstehen, was der Unterschied
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ist jetzt zwischen dem Bio bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder im Bio-Fachhandel.
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Vielleicht kannst du da auch nochmal drauf eingehen, Jus.
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Ja, sehr gerne. Also das ist tatsächlich ein großer Unterschied und das merkt
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man, wenn man mit diesen Menschen redet.
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Zum Beispiel Völker, die Säfte, die findet man jetzt auch im Supermarkt.
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Eigentlich in jedem Supermarkt, was natürlich großartig ist.
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Aber wenn ein Produzent diese Produkte im normalen Supermarkt,
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in den Lebensmitteln einzuhandelt, so wie das im Fachbegriff heißt, anbietet,
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dann, damit du gelistet wirst, musst du ganz viel vorweisen können.
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Erstmal an Verfügbarkeit und so weiter.
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Und zweitens ist da ein sehr starker Konkurrenz und ein sehr starker Preisdruck,
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Und sehr wenig Flexibilität.
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Also da gibt es, man wird geknebelt, kann man schon sagen.
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Und das Problem ist, dass man hat tatsächlich dann eine große Umsatzzunahme dadurch.
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Aber die Produzenten, womit ich jetzt spreche, die Mitglied sind oder auch die
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Mitglied werden möchten oder die wir einladen möchten, auch Mitglied zu werden,
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die sagen, für uns ist das Wichtigste, dass der Lebensmittel-,
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der Bio-Fachhandel, dass die wirklich aufrechtsbleibt.
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Und die hat natürlich ganz andere Margen. Also ein Supermarkt ist einfach in
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Logistik und in Werbung super effizient, weil sie so einen enormen Umsatz von Produkten hat.
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Das kann man mit kleineren Strukturen nicht abbilden.
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Und man muss vielleicht auch noch sagen, es gibt vier große Lebensmitteleinzelhandelsketten,
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Genau, und die machen eigentlich, die bestimmen eigentlich, wie die,
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wie die Sachen laufen, also das, da arbeite ich mich auch gerade ein in diesem,
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in diesem Bereich und das ist schon.
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Also mit diesem laienhaften Blick, den ich jetzt habe, frage ich mich ja,
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warum haben wir so viele Parallelstrukturen, auch wenn man nur auf eine Bio-Möhre schaut.
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Also es gibt die großen LKWs von den Supermärkten, die dann in jede Stadt,
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jedes Dorf reinfahren und dann gibt es parallel,
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falls es ein Alatura oder ein Dens oder wie auch immer, gibt es auch wieder
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eigene Lieferstrukturen und dann die unabhängigen Bio-Fachhandel-Großhändler.
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Und genau, die machen eigentlich alle das Gleiche.
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Und die Frage ist, wie machen die das? Und auch, was ist natürlich der Preis,
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die am Ende auf dem Schild steht im Biola?
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Und dass eigentlich alles über den Preis geht. Das ist natürlich überall so.
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Und auch da ist, gerade da ist natürlich der gemeinschaftsbasierte Ansatz.
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Also die Gedanke, wie kann man das über Beiträge machen?
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Ganz interessant. Wie kann man das in so einem größeren Kontext auch anwenden?
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Und da sind wir dabei, das ist eigentlich so mein Wunsch für die Zukunft,
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Wege zu finden, wie man mit allen Partnern aus der Wertschöpfungskette von Bauern,
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über die Verarbeiter, Produzenten,
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mit den Händlern und mit den Fachhändlern und mit den Konsumenten gemeinsam zu schauen,
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hey, können wir das nicht effizienter, lokaler und fairer organisieren miteinander,
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als wie es jetzt der Fall ist.
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Und da ist wirklich viel Luft nach oben.
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Cool, danke. Da sind wir jetzt schon bei der Vision angekommen.
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Und ich glaube, du hast sie schon so ein bisschen angeteasert auch.
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Gemeinschaftsbasiert soll sie natürlich sein, sonst würde ich euch nicht in
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diesen Podcast einladen.
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Und ich glaube, da kommt auch das MYZELIUM ins Spiel, weil das MYZELIUM ja enge
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mit der Fabio-Genossenschaft jetzt schon, ich glaube, seit zwei,
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drei Jahren, zwei Jahre kooperiert. Drei?
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Drei, klar.
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Ja, und vielleicht, Timo, magst du mal aus deiner Perspektive erzählen,
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was schon an Kooperationen läuft mit der Fairbio-Genossenschaft und wo es auch,
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genau, was gerade schon läuft und wo es vielleicht aber auch hingehen kann?
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Die Kooperation ist so entstanden, dass wir als MYZELIUM einen Artikel in der Bio-Handel hatten,
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wo wir unsere Arbeit vorgestellt haben und den hat der vorige Vorstand Hermann Heldberg gelesen,
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und tatsächlich bei mir angerufen und gesagt, guck mal hier,
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wir haben hier so eine Genossenschaft, wir wollen Gründe, die Vermarktungsstrukturen
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vom Fachhandel, den Produzenten, den Händlern, den Marken fördern.
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Das ist unser Ziel. Und ja, euer Ansatz des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens
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finden wir total spannend.
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Lasst uns doch mal an einem Punkt anfangen. Und da haben wir begonnen,
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einzelne Läden, die auch richtig in der Fairbio-EG sind, dabei zu begleiten,
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gemeinschaftsbasierte Geschäftsmodelle aufzubauen.
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Das haben wir gemacht mit einigem Erfolg.
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Und vielleicht ganz kurz für die Leute, die nicht ganz klar ist,
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was jetzt genau ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell ist.
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Es kommt ursprünglich aus der Bewegung der solidarischen Landwirtschaft,
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wo eben ein Landwirt seine Betriebskosten transparent macht und die Konsumenten das ausfinanzieren.
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Und dieses Modell haben wir auf einen Bioladen übertragen mit einem monatlichen
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Gutschein-System plus Mitgliedsbeiträgen.
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Und genau, da haben wir unseren ersten erfolgreichen Pioniere zusammen mit der
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Fairbio EG aufgebaut und daraus ist diese Zusammenarbeit entstanden.
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Genau, nur dabei soll es ja nicht bleiben, sozusagen. Wir wollen ja über den einzelnen Laden.
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Also ich glaube, die Herausforderung ist, um wirklich fairer zur Wirtschaft
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miteinander ist, dass es eben nicht nur,
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also nur, das ist ja auch schon ein großer Schritt sozusagen,
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Der eine Verbraucherinnengemeinschaft organisiert sich um einen Laden,
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sagt Umsätze zu, hält diesen Laden, nutzt ihn auch als Begegnungsort und ja,
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als Ort auch gegen Einsamkeit.
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Ich glaube, das darf man auch nicht unterschätzen, dass das einfach auch zentral ist.
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Nahversorgung, wo man kurz vorbeigehen kann. Nicht,
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auf Funktionalität ausgerichteter Ort, wie es jetzt im Supermarkt ist,
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wo man sich wirklich gar nicht mehr in die Augen schaut, sich nicht mehr begrüßt,
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sondern reingeht, sein Kram erledigt rausgeht, sondern der kleine Bioladen,
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oder der kleinere, nicht so anonyme Laden, wo man gerne auch mal verweilt,
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und eben auch Menschen trifft und wo man die Menschen kennt,
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die dort arbeiten und wo man auch ein Vertrauen dazu hat, dass die Menschen,
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die diesen Laden organisieren, das Sortiment aussuchen, wirklich auch darauf
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achten, weil man sie kennt,
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dass die Produkte wirklich gut produziert sind und auch fair produziert sind.
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Und ich glaube, das Spannende ist, was jetzt passiert, was sozusagen über unsere
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normale Arbeit hinausgeht als MYZELIUM, ist, dass wir eben versuchen,
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nicht mehr nur den kleinen Laden an sich gemeinschaftsbasiert aufzustellen,
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sondern wirklich jetzt auch die ganze Wertschöpfungskette uns anzuschauen,
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die in einem Produkt abgebildet wird.
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Ich glaube, was sehr spannend ist im Laufe der Zeit, dass wir halt eben mit
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den Läden angefangen haben in der Wertschöpfungskette und dann eben auch Produzenten
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auf uns zukamen und eben auch Großhändler.
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Und wie du das schon beschreibst,
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gab es immer eine gewisse Herausforderung, gerade auch von Produzentenseite,
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die gesagt haben, also Leute, also Bauern, die sagen, ja, solidarische Landwirtschaft
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ist ja schön und gut, aber ich produziere ein paar Tonnen Schikoree im Jahr.
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Das kann ich ja nicht an so einer Gemeinschaft an 100 Konsumenten abgeben.
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Und ausgiebig von diesem Gedanken sind wir mal losgezogen, auch mit einer Gruppe
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von Bauern, die gesagt haben, hey, wir haben Bock.
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Also es ist vielleicht auch nochmal richtig wichtig zu verstehen,
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dass hier ist keine Kopfgeburt, sondern die Beteiligten dieser Wertschöpfungskette
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haben uns aufgefordert, hier Lösungen zu entwickeln.
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Und eine Lösung ist halt zu sagen, lasst uns diese Wertschöpfungskette gemeinschaftsbasiert
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denken und vielleicht mal ein kleiner Glimpse in die Zukunft.
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Mal jetzt ein bisschen visionär.
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Stellt euch einfach vor, wir hätten 100 Fachhändler, die gemeinschaftsbasiert wirtschaften würden.
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Das hieße, diese 100 Fachhändler würden monatlich einen relevanten Teil ihrer
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Betriebskosten über Gutscheine und Mitgliedsbeiträge eben absichern.
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In den Kassensystemen würde deutlich werden, was die Leute konsumieren und was
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sie auch monatlich bezahlen.
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Und jetzt kommt diese monatlichen Zahlungen, und das ist das Modell,
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was wir gerade live entwickeln, wollen wir entlang der ganzen Wertschöpfungskette.
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Bis zu den Produzenten durchreichen. Und das ist revolutionär.
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Aber bis jetzt ist das so, dass die Bauern tatsächlich in ihrem Wirtschaftsjahr
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wirklich am längsten quasi das Risiko tragen.
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Also sie werden faktisch dann bezahlt, wenn die Ware vom Hof gefahren wird.
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Und wenn dann kurz vorher noch irgendwas passiert, dann ist das ihr persönliches Problem.
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Und wenn wir es jetzt hinkriegen, dass auch die Bauern, wie sie in der solidarischen
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Landwirtschaft die Bauern, und jetzt auch die Bauern, die für den Einzelhandel
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produzieren, wenn die auch monatlich bezahlt werden würden, dann würden wir
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deren Risiko deutlich absichern.
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Und das ist natürlich notwendig, weil wir in Zukunft deutlich mehr Risiken bekommen
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werden durch die Annahmen der Klimakatastrophe, politische Probleme und so weiter.
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Und so können wir es überhaupt auch schaffen, dass diese Bioproduzenten weiterhin gut am Markt bleiben.
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Weil eine Sache, die auch eine
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Schwierigkeit ist, wenn man mit den Großen zusammenarbeitet, ist halt,
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dass es hier nicht so etwas wie ein gegenseitiges Verständnis von Bedarfen und
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Solidarität herrscht, sondern es ist halt einfach eine reine Marktbeziehung,
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die darauf fußen, dass man einen günstigen Preis produzieren kann.
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Und wenn man das nicht mehr kann, dann wird man zum Beispiel gerade von Edeka
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und Co. auch einfach gekauft.
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Und unsere Idee ist, wir wollen diese unternehmerisch geführten Betriebe entlang
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der ganzen Wertschöpfungskette weiterhin erhalten, in ihrer Funktion belassen
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und gleichzeitig schauen, dass das, was sie tun, eben gut finanziert werden kann.
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Und das kriegen wir eben hin in Zukunft, wenn wir möglichst viele Fachhändler
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mit einem gemeinschaftsbasierten Geschäftsmodell finanzieren können und dann
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alle Partner entlang der Wertschöpfungskette quasi einbinden können,
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diese Zahlungen quasi dann am Ende weiterzugeben über den Großhandel bis zu den Bauern.
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Kann ich noch um zwei Punkte ergänzen. Also die Risiken hast du angesprochen.
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Das sind, sage ich mal, auch jetzt handelsbedingte Risiken. Wenn du jetzt zum
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Beispiel eine sehr gute Ernte hast und die anderen haben das auch,
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wird der Preis sinken, der Stückpreis sinken.
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Wenn du eine schlechte Ernte hast, wird der Stückpreis vielleicht ein bisschen
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steigen und du wirst auch viel weniger absetzen können. Also deswegen sind die
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Bauern eigentlich immer, sage ich mal, im Nachteil.
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Und das kann man auch sehr gut auffangen, natürlich durch diese gemeinschaftsbasierten Modelle.
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Und das andere, was du angesprochen hast, Hannah, mit der Einsamkeit.
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Also ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir den Bezug, den wir haben möchten,
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wo unsere Produkte herkommen, dass wir die über solche Lösungen auch viel stärker machen können.
0:20:38–0:20:41
Also jetzt ist es nur eine Transaktion, die ich machen kann.
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Ich kann nur bezahlen, ich kann nur einen bestimmten Preis bezahlen,
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nämlich die, die auf dem Preisschild steht für ein Produkt, nicht mehr und nicht weniger.
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Aber wenn ich zum Beispiel, wenn da eine Kommunikation in Gang kommt,
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wo ich weiß, okay, ich sorge nicht nur dafür, dass das Gemüse, das ich kaufe,
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wachsen kann, aber dass der Hof, wo das Gemüse herkommt, wachsen kann und florieren kann.
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Und ich kann dazu beitragen, zum Beispiel, indem ich, Wenn man eine gute Ernte
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ist, einfach zwei Köpfe Salat mitnehmen statt eine.
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Weil ich weiß, okay, die müssen jetzt weg, die müssen verarbeitet werden.
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Und dass es mehr Kommunikationswege gibt, mehr Arten in Bezug zu haben,
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eine Beziehung zu haben, als nur den Preis.
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Dass ich sehe, ah, der Salat ist jetzt im Angebot, okay, deswegen nehme ich zwei.
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Ja, danke.
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Ich glaube, ich finde es so Wahnsinn, weil ich glaube, viele werden uns zuhören
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und sagen, was für ein Wahnsinn.
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Wie soll man sich denn gegen diese Supermärkte durchsetzen?
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Die haben eine wahnsinnige Marktmacht, die sind einfach wahnsinnig zentralisiert,
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auch organisiert in ihrer Logistik.
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Die kaufen jetzt nach und nach sogar landwirtschaftliche Betriebe auf und so weiter.
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Das kann man doch nicht aufhalten. Und wir setzen uns jetzt als kleines MYZELIUM
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und als kleine Verbiogenossenschaft dagegen zur Wehr und organisieren den Widerstand,
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sage ich mal, so ganz flapsig,
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indem wir auch wirklich die Verbleibenden und ich glaube,
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Timo, 5% Marktanteil in Anführungszeichen, weil wir wollen ja gar nicht auf
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dem Markt wirtschaften, aber sozusagen 5% der Lebensmittel kommen noch aus dem
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Biofachhandel und aus der unabhängigen Ernährungswirtschaft.
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Und unabhängig, das ist mir nochmal wichtig zu sagen, weil wenn wir das jetzt
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einfach so zulassen, diese Entwicklung, dass die Supermärkte alles kaufen,
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dass es alles den Supermärkten gehört am Ende, was passiert denn dann?
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Und meines Erachtens passiert dann halt, dass die einfach wirklich willkürlich
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ihre Preise setzen können, dass die willkürlich den Preis drücken können bei
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den Landwirten und für uns Verbraucherinnen einfach willkürlich den Preis setzen können.
0:22:50–0:22:54
Und da kann die Politik dann auch nicht mehr viel zu sagen, außer das ist aber
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doof, dieses Oligopol, weil du hast ja keine Alternative mehr.
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Und das ist, glaube ich, das, worum es geht. Wenn wir keine Alternative mehr
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haben zu dem zentralisierten Großhandel, dann sind wir abhängig ohne Ende.
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Und das ist riskant, würde ich sagen. Oder wie seht ihr das?
0:23:10–0:23:15
Ja, also da wird es ein bisschen politisch, aber ich glaube tatsächlich,
0:23:16–0:23:21
wir geben natürlich auch ihre Macht dadurch, dass wir da hingehen und da kaufen.
0:23:22–0:23:30
Aber es sollte nicht nur eine politische Motivation geben, wieso ich im fairen
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Bioladen gehe, wenn der Bioladen wirklich fair ist, weil das ist bisher auch noch nicht der Fall.
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Dann muss ich sozusagen auch andere Motivationen zu haben. Zum Beispiel der Preis, sage ich mal.
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Ich glaube, viele Menschen sind bereit, einen höheren Preis zu zahlen,
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wenn sie wissen, dass es dazu beiträgt, dass sie zu guten Bedingungen in der
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Wertschöpfungskette führt.
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Da gibt es ein ganz tolles Beispiel, dass ein großer Bio-Händler in der Niederlande
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hat es eine Woche lang die Banane um ein Euro pro Kilo teurer gemacht.
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Das ist eigentlich der Preis, den ihr zahlen müsstet, damit es fair ist.
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Und der Umsatz ist gesteigert, die ist gestiegen.
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Alle Menschen würden denken, dann kaufen die Leute doch eine Woche keine Banane.
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Nein, die sind bereit, das zu machen. Und wir müssen vom Guten in den Menschen
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ausgehen, dass sie nicht auf nur ihr eigenes, egoistisches, Okay,
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wie komme ich mit so wenig wie möglich zu bezahlen überall weg?
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Dafür müssen wir Angebote kreieren. Die gibt es gerade nicht.
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Wenn ich das machen will, kann ich das gar nicht.
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Gar nicht freiwillig im Laden sagen, du, ich gebe jetzt einfach euch mal 10%
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mehr oder 50% mehr, weil ich es mir leisten kann, weil ich es gut finde.
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Und in diese Richtung müssen wir gemeinsam Lösungen entwickeln.
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Und da ist, glaube ich, die Genossenschaft,
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Eine richtig gute Form auch, um so eine gegenseitige Wahrnehmung zu entwickeln.
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Tatsächlich zusammen um den Tisch zu sitzen mit Verbrauchern oder Vertretern
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von Verbrauchern und den verschiedenen Akteuren in der Beschreibungsküttel und
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zu sagen, wie können wir das jetzt miteinander so aufbauen, dass das möglich ist.
0:25:15–0:25:20
Und dieser assoziative Gedanke, die war auch die Grundlage natürlich für die
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solidarische Landwirtschaft zum Beispiel. Und wir damit haben auch einige Pioniere angefangen.
0:25:25–0:25:31
Und die Gedanken würde ich sehr gerne auch nah bei der Wurzel noch mal greifen
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und verstehen wollen und schauen, wie können wir da anknüpfen,
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auch bei diesen Impulse,
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die vor teilweise über 100 Jahren auch schon in der Theorie gemacht wurden.
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Da muss ich dich, Timo, auch, glaube ich, da kannst du auch was zu sagen.
0:25:47–0:25:51
Ja, dafür ist jetzt wirklich der Moment, wo man das machen kann.
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Und ich glaube auch, wenn wir das nicht machen, dann werden wir irgendwann in
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eine Wüste sein, sage ich mal, eine sprichwortliche Wüste, wo es keine Möglichkeiten
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mehr gibt, diese Vielfalt aufrechts zu erhalten.
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Ja, da würde ich mich ganz gerne anschließen. Vielleicht ganz kurz,
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wenn man über Marktanteile und so weiter spricht, ist ja immer die Frage,
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von was redet man genau, aber vielleicht können wir uns darauf konzentrieren,
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dass wir gerade sagen, dass der Bio-Fachhandel ungefähr ein bis zwei Prozent
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des gesamten Fachhandels quasi ausmacht, also Bio und Bio.
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Also im Lebensmittelbereich, Einzelhandel, Bio und Nicht-Bio.
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Können wir sagen, ist ein sehr kleiner Bereich, jedoch kommt er quasi eben aus
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einer gegenseitigen Kooperation.
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Diese Fachhändler haben damals überhaupt die Möglichkeit geschaffen,
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dass sich Bio halt nach und nach durchsetzen kann.
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Und das ist damals auch schon immer aus einem kooperativen Gedanken heraus entstanden.
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Also man hat damals nicht super krass marktorientiert gedacht und tatsächlich
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ist aber eine Herausforderung, dass sich dieser Fachhandel nicht geschafft hat,
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quasi an die heutige Zeit anzupassen.
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Nur damit meinen wir nicht, seine Wettbewerbsfähigkeit nach oben zu steigern,
0:27:10–0:27:14
weil das ist für so einen kleinen Laden natürlich keine Möglichkeit.
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Also du kannst nicht wettbewerbsorientiert gegen all die antreten. Das macht keinen Sinn.
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Und unser Ansatz ist halt zu sagen, setz nicht auf Wettbewerbsfähigkeit,
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sondern setz voll auf Kooperationsfähigkeit.
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Und versehe das mit einem gemeinschaftsbasierten Geschäftsmodell,
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was die Wertschöpfungskette tragen kann.
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Und ich will uns alle zusammen auch einfach einladen, dass wir mutig sind.
0:27:40–0:27:44
Also jeder große, also von den ganzen großen Lebensmittelhändlern,
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die haben Teams, die nennen sich Expansion.
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Da ist niemand dabei, der sagt, ach, vielleicht bleiben wir so,
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wie wir sind oder wir wollen nicht zu verrückt denken oder so.
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Bloß nicht zu groß denken.
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Ich würde sagen, lasst uns überlegen, wie wir durch so ein dezentraler und aber
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auch nach solidarischen Prinzipien die Kooperationsfähigkeit stärken,
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überlegen, wie wir eine ganze Wertschöpfungskette aufziehen können und wir beginnen einfach.
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Also das ist vielleicht auch einfach so die Ansage hier, wir sind keine Theoretiker,
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wir sind alle Praktiker, wir tun das.
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Und wir sind eigentlich nur beschränkt durch unsere mentalen Infrastrukturen
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in unseren Köpfen, dass wir nämlich uns das nicht vorstellen können,
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dass das auch geht, dass die Kunden da auch mitmachen, aber das ist unsere alltägliche Praxis.
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Dort, wo wir ausschlagen, freuen sich die Kunden, dass sie Verantwortung da
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nehmen können, weil die leiden nämlich darunter, wenn ihr Bio-Laden zumacht
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und die fühlen sich immer nicht gut, wenn sie ihr Bio-ID kaufen und dann vielleicht auch müssen.
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Das wollen die gar nicht. Aber deswegen müssen wir die Leute auch fragen und
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einladen, Verantwortung zu übernehmen.
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Also vielleicht für alle Händler, die hier zuhören, eure Kunden möchten das,
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was wir jetzt sagen, wenn ihr sie fragt.
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Und dabei unterstützen wir euch gerne, diese Frage zu formulieren.
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Und gleichzeitig halt auch wirklich zu sagen, wir machen das nicht,
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weil wir sagen, ach, das ist alles irgendwie so nice to have.
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Uns geht es auch wirklich in diesen Zeiten um die Absicherung unserer Lebensmittelversorgung
0:29:15–0:29:22
und der kleine Biobetrieb um die Ecke, der schafft halt eben Lebensmittelsicherheit.
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So ein Betrieb, der Aldi & Co. gehört, der gehört erstmal Aldi & Co.
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Und keine Ahnung, ob dieser Betrieb an seine Community, an seine Nachbarschaft
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vor Ort liefern wird, Aber der Biobauer wird es halt tendenziell tun und auch
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tun können, wenn er in entsprechende Strukturen eingeboren sind.
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Also jetzt könnte man sagen, es geht um die Absicherung auf einer ökonomischen Basis.
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Aber in den Zeiten, auf die wir zustimmen, geht es halt einfach auch um Lebensmittelsicherheit.
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Und da möchte ich mir ehrlich gesagt nicht sagen, dass das ein bisschen verrückter
0:29:56–0:29:58
Traum ist, dass wir gerne unsere Lebensmittelsicherheit absichern möchten.
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Und das muss aber selber gemacht werden. Da können wir jetzt nicht warten auf
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irgendjemand anderes, der das tut.
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Das müssen die Praktiker vor Ort machen und wir als MYZELIUM und FabioEG sind
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absolut bereit, da zu unterstützen.
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Also ich würde sagen, wenn wir jetzt konventionell einkaufen und diese exploitative
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Handelsstrukturen unterstützen, dann sind wir aktiv dabei, diese Sicherheit auch abzubauen.
0:30:30–0:30:38
Das ist sozusagen keine Garantie, wenn ich jetzt die günstigen Bioprodukte in
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den Zitteln Einzelhandel kaufe, dass ich die dann nächstes Jahr,
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nächste Saison wieder kaufen kann.
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Weil wir kennen die Zahlen auch von Bauernsternen, also es verschwinden einfach
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dadurch, durch diese Anlustrukturen jedes Mal wieder Betriebe.
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Es gibt so eine Bauernweisheit, also ein guter Bauer sollte eigentlich immer
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drei Ernten auf Vorrat haben, also eine auf der Bank, eine in der Scheune und eine auf dem Feld,
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dass man sozusagen gut sicher dasteht.
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Die Tatsache ist, unsere Biobauern kämpfen jetzt ums Überleben.
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Die sitzen oft, während ihre Ernte auf dem Feld wächst, am Büro,
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um Liquidität zu organisieren, dass sie ihre Mitarbeiter bezahlen können und die haben keine...
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Genau, keine Reserven. Also die spekulieren quasi schon mit der Ernte,
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die jetzt auf dem Feld steht.
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Und das müssen wir unbedingt verändern und das kann nicht ein einzelner Akteur machen.
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Aber wenn jetzt dieser Bauer, der jetzt mit verschiedenen Großhändlern arbeitet,
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wenn die Großhändler sagen würden, genauso wie in der solidarischen Landwirtschaft,
0:31:50–0:31:53
hey, wir kümmern uns darum, dass deine Betriebskosten gedeckt sind.
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Und so ein Großhändler kann das nur sagen, weil er viele Einzelpersonen,
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Fachhändler hinter sich hat, die das auch machen können.
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Dann können wir zumindest eine Art von Grundrauschen organisieren,
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wodurch das einfach funktioniert.
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Und man kann trotzdem auch noch auf der gleiche konventionelle Art natürlich einkaufen.
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Und da wollte ich mich auch noch mal Timo beipflichten, wenn jetzt Fachhändler zuhören und sagen, hey,
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das will ich auch, werdet Mitglied in der Fairbio Genossenschaft,
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wir können euch dann auch fördern bei dem Einstieg in solche Prozesse,
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aber auch Verbraucher oder vor allem Produzenten, da sind wir auch sehr interessiert.
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Wir möchten sehr gerne mit euch ins Gespräch kommen und schauen,
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wie können wir da auch die Instrumente entwickeln als Genossenschaft,
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die nur eine Genossenschaft mit seinen Genossen bilden kann,
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um solidarische Strukturen aufzubauen. Da denke ich noch viel weiter als andere.
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Da denke ich auch an Eigentülle, natürlich an Grund und Boden, Produktionsmittel.
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Und ja, da sind wir auch jetzt in einer Phase, wo wir schauen,
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welche Angebote können wir dafür in Zukunft auf die Beine stellen,
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neben der Unterstützung für den Fachhandel.
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Mega spannend, finde ich.
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Genau.
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Also ich würde gerne jetzt nochmal da reingehen, weil hier große Visionen und
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wir machen es anders und gemeinschaftsbasiert.
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Ich glaube, es wäre nochmal cool zu sagen, okay, wie kommen wir denn jetzt dahin?
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Wie kommen wir denn schrittweise sozusagen dahin, dass wir Kooperationsfähigkeit
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entwickeln innerhalb der Biobranche?
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Wo sind da vielleicht auch noch die großen Fragezeichen und Hindernisse?
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Aber was ist so grob vielleicht, ja, was sind so die, weiß ich nicht,
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zehn nächsten Schritte dahin oder so?
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Und der erste Schritt ist, Joris, das hast du schon gesagt, werdet Mitglied,
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egal was ihr seid in der Ernährungswirtschaft, ob ihr irgendwie bewusste Verbraucherin
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oder bewusster Verbraucher seid,
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ob ihr einen Laden habt an der Ecke und entweder schon gemeinschaftsbasiert
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wirtschaftet oder aber gemeinschaftsbasiert wirtschaften wollt,
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dann lohnt es sich sozusagen doppelt, weil dann gibt es diese Förderung.
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Ob ihr produziert, ob ihr einen landwirtschaftlichen Betrieb habt,
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ob ihr verarbeitendes Gewerbe seid, Gastro geht auch, oder?
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Die brauchen ja auch Lebensmittel. Also alles, egal was ihr seid,
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werdet Fair-Bio-Mitglied.
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Das könnt ihr auf der Webseite nachschauen, sobald es für Konditionen möglich ist.
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Ich glaube, eine Verbraucherin, Was ist da der Jahresbeitrag?
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Irgendwie 60 Euro, glaube ich. Und der Laden irgendwie 200 Euro, nagelt uns nicht fest.
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Genau, aber werdet Mitglied, zahlt solidarisch sozusagen in die FairBio-Genossenschaft
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ein, werdet Genossenschaftsmitglied und werdet dann auch Teil sozusagen dieser
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Pilotphase, wo wir das aufbauen.
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Und jetzt vielleicht dann nochmal die Frage, wie bauen wir denn diese,
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was sind denn dann die nächsten Schritte?
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Also wir kriegen jetzt durch diesen Podcast ganz viele Mitglieder in die FairBio-Genossenschaft.
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Und bestenfalls, wir stellen auch Förderanträge und so weiter,
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Und da bestenfalls bekommen wir auch irgendwie staatliches Geld,
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um da Piloten zu entwickeln.
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Aber vielleicht könnt ihr mal erzählen, was schwebt euch da vor? Wie geht es dann weiter?
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Ja, also ganz wichtig ist, wir haben unseren Sitz in Göttingen und auch,
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sag ich mal, der aktuelle Mitgliederschwerpunkt in Mitteldeutschland,
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dass man das überall machen kann,
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egal wo in dieses Land oder auch im Ausland.
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Und eigentlich reicht es und ich glaube, da ist wirklich auch lokal oder regional ein Schlüssel,
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dass man anfängt, die verschiedenen Akteure zu vernetzen, wenn man zum Beispiel
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einen Bioladen hat und ein paar Zulieferer.
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Beispielsweise Gemüse, Käse, Milch,
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dass man dann schon anfangen kann, eigentlich zu sagen, hey,
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wie können wir uns da gegenseitig unterstützen, wie können wir da zusammenarbeiten
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auf eine Art, die über das konventionelle Handeln hinausgeht.
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Und dafür gibt es auch schon viele Beispiele, sehe ich, wie das auch viele Unternehmen machen.
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Und dass sie auch sehr stark auch diese persönlichen Beziehungen im Biofachhandel
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pflegen, aber wo es dann doch immer wieder daran scheitert, dass es eigentlich
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die wirklichen Bedürfnisse nicht wahrgenommen werden.
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Beispielsweise bei Getreide ist es so, es gibt bestimmte Unternehmen,
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die Getreide verarbeiten,
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die sagen, wir zahlen euch Getreidebauern schon einen Mehrpreis,
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einen fixen Mehrpreis, die garantieren wir euch.
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Das ist natürlich ein super Entgegenkommen für die Bauern, die damit arbeiten
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und dadurch entsteht auch langfristige Zusammenarbeit.
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Aber wir haben dann festgestellt, eigentlich sind diese Preise immer noch nicht
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ausreichend, um wirklich die Betriebskosten zu decken.
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Und dann zu schauen, okay, wie können wir zum Beispiel gemeinsam Betriebskosten
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senken, indem wir auf die Geschäftsmodelle anfangen zu schauen.
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Wie können wir da noch mehr zusammenarbeiten? Das sind zum Beispiel Schritte,
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die wir als Genossenschaft begleiten können.
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Ja, und vielleicht nochmal, Wenn man da, glaube ich auch an diesen bestehenden
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Beispielen, die Kranken immer, aus meiner Perspektive, als MYZELIUM an einem
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Problem, was ist, wenn es keine Ernte gibt oder viel weniger Ernte?
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Dann ist der faire Preis auch nicht mehr die Lösung.
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Und in unserem gemeinschaftsproversierten Modell werden die Bauern verantwortlich,
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bezahlt für die Arbeit, die sie machen. Und es wird einfach verstanden,
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dass sie durch die Wetterkapriolen nur einen sehr beschränkten Einfluss.
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Du kannst der beste Bauer sein, den es gibt, aber du hast nur beschränkt Einfluss
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darauf, was du am Ende wirklich an Ernte hast.
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Und das ist einfach in diesem System massiv unfair.
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Und wenn wir zum Beispiel sagen, okay, in unserem System bekommen die Bauern
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das, was sie brauchen, um zu produzieren.
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Und im Gegenzug nehmen wir immer alles ab, was auf dem Feld steht.
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Das hat verschiedene Vorteile, weil gerade ist es ja auch so,
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dass manchmal Bauern halt zum Beispiel auch Salat haben und niemand will ihn
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abnehmen und dann wird er wieder untergepflügt, ja.
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So, also auch eine hochgradige Ineffizienz des Marktsystems, ja.
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Und wenn wir einfach sagen, in unserem System wird immer alles abgenommen und
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mal ist es halt mehr und mal ist es halt weniger, aber wir kriegen das gepuffert
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über das Gesamtsystem mit Bauern aus verschiedenen Regionen.
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Mit Händlern aus verschiedenen Regionen, mit einem System von verbundenen Großhändlern,
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dann sind wir viel effektiver und können auch so etwas wie den Beruf des Landwirts,
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also gerade auch des selbstständigen Landwirts,
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auch in der heutigen Zeit noch eine realistische Perspektive geben.
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Und das ist, glaube ich, auch wichtig, um die Attraktivität dieses Berufsstands
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auch einfach weiterhin beizubehalten.
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Und dieses Problem lässt sich am Markt nicht klassisch lösen.
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Also auch die besten Modelle, auch die, die faire Preise zahlen,
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lösen am Ende nicht das Problem des Bauerns, was ist, wenn ich keine Ernte habe
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oder zu wenig oder zu viel Ernte ausfälle, obwohl ich keinen objektiven Fehler gemacht habe.
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Dann hake ich da gerne ein, weil das ist, glaube ich, ganz wichtig zu verstehen,
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dass also wie in der Landwirtschaft produziert wird, grundlegend anders ist,
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sage ich mal, in der Industrie,
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wo bestimmte Grundstoffe genommen werden, Produktionsmittel gibt,
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Maschinen und so weiter, die sich abnutzen und dann entsteht daraus ein Produkt, was verkauft wird.
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In der Landwirtschaft ist es so, dass ein Bauer, ich würde mal sagen,
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die Ernte ist eigentlich das Nebenprodukt, von was er macht.
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Und bei Biobauer, der sorgt dafür, dass die Erde gut, dass der Boden,
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dass der Humus, dass sie gut ist,
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dass der sorgt dafür, dass das Umfeld, das Klima sich verbessert,
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der sorgt dafür, dass eine große Biodiversität da ist.
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Und man kann jetzt nicht sagen, okay, das sollst du nur dadurch finanzieren,
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durch die Produkte, durch die Tomaten und die Möhren und so weiter,
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die da herauskommen, die natürlich gesünder und so weiter sind.
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Aber das müssen wir, glaube ich, verstehen, dass es ein unglaublicher Mehrwert
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ist, dass es diese Bauern gibt,
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dass die ganz viel tun für die Qualität von unserer Umwelt und dass man diese
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Leistung jetzt, sage ich mal, nur bezahlt durch den Preis von dieser Ernte.
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Und dieser Preis soll dann aber konkurrenzfähig sein, wettbewerbsfähig sein
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mit dem Preis von Lidl-Aldi-Produkten.
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Wo Landwirte… Ja, die das tut ja kaputt machen.
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Ja, ich will jetzt nicht auf die konventionellen Landwirte, weil ob Bio-Siegel
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oder nicht, also es gibt auch richtig gute konventionelle Landwirte,
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aber ich habe ja viel mit Landwirten auch gesprochen im Rahmen meiner Doktorarbeit,
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die haben oft so gute, also so naturverbundene Landwirte, sage ich mal,
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haben dann oft diese Landwirte, die auf ihren Trecker steigen und dann macht
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die Maschine, haben sie dann die Maschinisten genannt.
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Also die Leute, die eigentlich gar nicht mehr diesen Blick haben für die Ökosysteme außenrum.
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Und was uns halt auch total, das wird noch richtig heftig werden,
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weil ich habe mit Landwirten gesprochen, die haben gesagt, ich kann hier noch
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60 Ernten von meinem Feld holen und dann ist mein Feld unfruchtbar.
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Ich kenne Landwirte, die lassen sich Erde ankachen in kleinen Döschen sozusagen.
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Aus dem Regenwald, schön fruchtbar, Einwegerde sozusagen, die wird einmal dann
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genutzt für Erdbeeren oder sonst was und dann wird es wieder weggekarrt.
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Und diese Erde überhaupt zu ruhen, ist halt schon absurd teuer,
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aber es ist anscheinend immer noch billiger,
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als eben die Arbeit eines Biolandwirtes zu machen, der eben auf die Bodenfruchtbarkeit
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achtet und so weiter, weil du dann eben nicht jedes Jahr auf den gleichen Feldern
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die Erdbeeren anbauen kannst und so weiter.
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Also es ist schon Wahnsinn, was wir uns da trauen zu tun und was wir riskieren
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da auf dem Weg und das spürt man langsam durch die klimatischen Veränderungen,
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aber das wird man noch immer heftiger spüren und dann sind wir froh,
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wenn wir noch ein paar fruchtbare Felder von Biobauern um uns rum haben.
0:42:30–0:42:34
Und genau, ich wollte nochmal einen Schritt konkreter werden,
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weil wenn wir uns das vorstellen, wir haben jetzt diese verbleibenden Höfe sozusagen,
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die aber trotzdem tonnenweise Zeug produzieren und wo man nicht sagen kann,
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hier die kleine solidarische Landwirtschaftsgemeinschaft nimmt jetzt da die Tonnen Chicorée ab.
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Aber wenn man es größer denkt, könnte man sagen, okay, wir haben diese Landwirte,
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dann haben wir zwischendrin die Händler, die Großhändler, die die Logistik organisieren
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und dann haben wir Verbraucherinnengemeinschaften.
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Und wenn man sich vorstellt, dass man sozusagen die kleine Solabi,
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wo 100 Haushalte einen landwirtschaftlichen Betrieb hat,
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Halten und finanzieren und dessen
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Bedürfnisse jagen. Ich würde gar nicht unterstützen sagen, weil es ist so,
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die bezahlen einfach seine Arbeit, damit er die gut tun kann und kriegen dafür
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ja einen Haufen leckeres Zeug und fruchtbare Erde in ihrer Umgebung und sozusagen Sicherheit,
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falls Ernährungssysteme in Zukunft nicht mehr so funktionieren wie jetzt.
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Haben sie eben auch die Sicherheit, dass da jemand ist, der weiß,
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wie man Ernährung produziert, sage ich mal, in ihrer direkten Umgebung.
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Also das alles bekommen sie ja dafür.
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Deshalb würde ich eher sagen, der Landwirt unterstützt diese Haushalte,
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indem er für sie gute Lebensmittel produziert. Und das jetzt aber sozusagen
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ein Level drüber zu produzieren, nur damit die Zuhörerinnen sich das mal vorstellen können.
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Es wäre dann so, ein Großhandel, ein regionaler, kooperativer Großhandel,
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kooperiert mit x, weiß ich nicht.
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30 landwirtschaftlichen Betrieben, jetzt mal aus dem Nichtschampf,
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die sagen, guck mal, das kostet meine Arbeit, das ungefähr kommt da raus in
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so einer Spanne. Das sind die Produkte, die da rauskommen.
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Mit denen kannst du arbeiten. Guck mal, wo du die unterbekommst.
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Das ist der Bedarf, den ich habe, um dieses Jahr Arbeit gut stemmen zu können.
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Dann auf der anderen Seite des Großhändlers hocken sozusagen 100 Verbraucherinnengemeinschaften,
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also 100 Bioläden und so weiter.
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Und die sagen, guck mal, ich versorge...
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100, 200 Haushalte, die sind, die kaufen jeden Monat oder jedes Jahr so und so viel bei mir ein.
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Ungefähr das kaufen die ein und wollen die haben. Ungefähr das kann ich abnehmen.
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Okay, ich habe gehört, der Landwirt braucht das. Das kann ich aus meiner Gemeinschaft
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sozusagen zusagen, dass ich euch das monatlich überschiebe.
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Und der Großhändler, der muss eigentlich da wie die Spinne im Netz sitzen und
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die ganze Zeit kommunizieren und kommunizieren und Informationen einholen.
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Bestenfalls KI gestützt, damit er nicht wahnsinnig wird. die Logistik organisieren
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und die Ressourcen verteilen und die Bedürfnisse befriedigen.
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Oder? So ist das. Oder versteht es falsch?
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Also ich glaube, das System ist eigentlich gar nicht so komplex,
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weil sie wirklich auf vollständigen Informationen läuft.
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Also das ist nochmal für die Feinschmecker unter euch, die auch manchmal so
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Lust auf ökonomische Theorie haben. Also die neoklassische Ökonomie oder die
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Neoliberalen sagen immer, Märkte funktionieren deswegen so gut,
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weil sie alle Informationen haben.
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Und jeder, der irgendwie praktisch unterwegs ist, weiß natürlich,
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dass das nicht so ist. In unserem System werden aber keine Informationen verheimlicht.
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Die Bauern sagen wirklich, was sie brauchen, um wirtschaften zu können.
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Die Konsumenten geben ganz klar durch ihr Kaufverhalten in den Kassensystemen
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ab, was sie konsumieren.
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Alle entlang der Kette machen ihre Betriebskosten wirklich transparent.
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Das ist wirklich richtig wichtig.
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Dadurch haben wir ein Vertrauen innerhalb des Systems und haben tatsächlich
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die wahren Kosten, also die wahren Kosten, soweit es uns möglich ist, zu brechen.
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Aber das ist rein betriebswirtschaftlich ein unglaublicher Fortschritt.
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Und das ist nur, indem wir alle beteiligten, halt ihre Kostenstrukturen offenlegen.
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Und was bekommen sie im Gegenzug, dass sie das tun?
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Naja, sie bekommen einfach Zukunftssicherheit ihrer Betriebe.
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Also natürlich kannst du deine Kosten geheim halten und versuchen unter den
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Bedingungen zu konkurrieren, aber das macht als Kleiner halt einfach wenig Sinn.
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Auch die Großhändler in diesem Spiel sind sehr kleine Großhändler.
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Da sind auch keine großen Platzhirsche oder so.
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Und der Großhandel hat aber tatsächlich eine wichtige Aufgabe,
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gerade auch im Bereich Kommunikation und Logistik in diesem Spiel.
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Und deswegen einfach nochmal wirklich vorstellen, also wir wissen,
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was die Konsumenten konsumieren können, diese Zahlen werden weitergegeben entlang
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der Kette, auf der anderen Seite sagen die Bauern, was sie brauchen,
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aber auch der Großhändler sagt, was er braucht für die Logistik und so weiter.
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Und dann entsteht daraus halt zum Beispiel eine Ernteplanung,
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aber eine Ernteplanung auf Basis von tatsächlich real existierenden Konsumenten,
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so Konsumaussagen aus dem Kassensystem der Läden vor Ort, natürlich anonymisiert.
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Und jetzt kommt's, wenn besonders viele mitmachen, dann spielt Mathematik halt eine große Rolle.
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Also wenn jetzt Einzelne ihr Kaufverhalten ändern, dann macht das in der Varianz
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der großen Zahlen keine großen Unterschiede.
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Weil wenn wir Bauern in dem System haben, aus verschiedenen Regionen Europas
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zum Beispiel und auch Deutschlands, dann haben die einen halt mal eine gute
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Ernte und die anderen eine schlechte, aber es gleicht sich über das Gesamtsystem wieder aus.
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Das ist eigentlich unglaublich effektiv.
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Und alle Bauern bekommen trotzdem ihr Geld, unabhängig wie viel gerade ihre
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Ernte ist, aber das sichert halt auch das ganze System ab. Und jetzt kommt der Punkt.
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Natürlich muss auch in dem System gewachsen werden, aber wir als Myzenium würden
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erstmal sagen, Lasst uns erstmal gucken, dass nicht weiter gestorben wird.
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Also lasst uns versuchen, jeden Fachhandel abzusichern. Wenn der Händler das
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nicht mehr machen will, klar, gar kein Problem.
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Dann organisieren wir dort eine Nachfolge. Das machen wir gerade auch schon aktiv.
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Hier vielleicht auch so ein Shoutout. Wenn ihr Einzelhändler mal wart und es
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wieder werden wollt unter diesen Bedingungen, meldet euch einfach bei uns.
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Also schreibt eine E-Mail an info.MYZELIUM.com.
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Und weil was wirklich gebraucht wird, sind gerade Leute, die Lust haben,
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so einen Laden zu führen, aber unter den Bedingungen, die wir sie jetzt gerade
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beschrieben haben, auch nicht alleine beim Aufbau, sondern auch durch die Unterstützung
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von der Fairbio und dem MYZELIUM.
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Und auf der anderen Seite wird es auch darum gehen, neue Märkte,
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neue Biomärkte, die gemeinschaftsbasiert funktionieren, wieder neu aufzubauen.
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Aber die bauen wir dann halt in diese Wertschöpfungskette herein und nicht einfach auf die grüne Wiese.
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Was, glaube ich, richtig wichtig ist gegenüber all den anderen Systemen,
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die halt eben zentralistisch organisiert werden und wo Geld eben aus dem System
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hinausfließt an Aktionäre, an Inhaber und so weiter,
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ist es hier in diesem System, wie wir es beschreiben, ist jeder entlang des
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Systems ein eigenwirtschaftlicher Betrieb.
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Das ist wichtig zu verstehen, der aber verbunden wirtschaftet mit den anderen.
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Und wir haben also hier ein dezentrales System, was hochgradig anpassungsfähig ist.
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Und genau solche Systeme müssen wir gerade bauen und dafür stehen wir gerade.
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Und alle, die diesen Podcast hören und sagen, hey, da haben Bock drauf,
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werdet auf jeden Fall Mitglied in der Fabio EG.
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All die Informationen zu dem, was wir gesagt haben jetzt und auch die Möglichkeiten,
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wo man sich melden kann, packen wir alles in die Shownotes.
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Beginnt gerade schon die Co-Moderation zu machen. Ich glaube,
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ich sehe gerade die Zeit rum.
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Und ja, ich glaube, wir freuen uns einfach, Joos und Hanna, auf jeden,
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den wir hoffentlich motiviert haben.
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Genau. Und die ein Teil davon sein wollen, ob Ob als Mitglied in der Fairbio-EG,
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ob als Investor, ob als potenzieller neuer Geschäftsführer.
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Ihr arbeitet irgendwo in einem Betrieb, euch ist langweilig,
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aber ihr traut euch vor, so einen Laden zu führen, auch modernisiert,
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automatisiert und so weiter.
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Dann meldet euch doch einfach bei uns. Also wir haben echt Bedarf. Hier gibt es auch Jobs.
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Man muss sich den Job natürlich selber schaffen, logisch. Geschenkt bekommt
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man ihn nicht. Aber hey, wenn du in der Zukunft arbeiten willst, melde dich bei uns.
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Ja, und diese Transparenz, wie man handelt und der Zahl zu geben,
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das ist leicht gesagt, aber es ist nicht so einfach, weil wir das einfach nicht gewohnt sind.
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Wir haben keine Kultur, in welcher wir das machen.
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Und das ist etwas, woran wir auch sehr stark arbeiten und wo wir als Genossenschaft
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auch sichere Räume geben können,
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in welchen verschiedene Akteure zusammenkommen können, gerade das tun.
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Und das ist auch eine soziale Arbeit, die wir da miteinander machen und wo wir
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uns als Genossenschaft in der Rolle sehen, das zu tun für den Fachhandel.
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Aber ich will auch sehr gerne mit den großen, die wir gerade gesprochen haben,
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genau über die gleichen Ansätze sprechen und schauen, hey,
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was wäre da, also wenn die vernünftig wären, würde das natürlich auch anfangen,
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darüber nachzudenken und dafür auch eine Plattform zu sein,
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in welcher die Bewusstwerdung dafür stattfinden kann und in welchen Kooperationen entstehen können.
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Also auch da nochmal, meldet euch bei der Fabio Genossenschaft,
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wenn ihr daran interessiert seid, wenn ihr Ansätze habt, Best Practices, die wir teilen können.
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Und treibt dazu bei, dass wir hier auf eine ganz praktische Art große Dinge
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auch verwirklichen können, die für die Zukunft wichtig sind.
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Ja, ihr beiden habt schon gut
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abmoderiert, würde ich sagen. Danke euch für diese schönen Schlussworte.
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Genau, für allen, denen der Podcast gefallen hat, werdet auch Mitglied beim Mythenium Ökosystem.
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Genau, es geht darum, dass wir uns organisieren. Es geht darum,
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dass wir unsere Ressourcen teilen.
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Es geht darum, dass wir anfangen, also genau, dass wir uns in Bewegung setzen.
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Das tun wir. Macht gerne mit. Danke fürs Zuhören und bis bald.
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Tschüssi. Ja, und danke, dass ihr da wart.
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Danke, tschüss.
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Sehr gerne.
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Sehr gerne.
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Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen.
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Schön, dass du heute mit dabei warst. Wenn du andere Menschen kennst,
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