Jeden Monat zahlen Millionen Menschen brav ihre Versicherungsprämien. Aber wohin fließt dieses Geld? Das Netzwerk Insure Our Future hat 28 der weltweit führenden Versicherer untersucht und festgestellt, dass die Branche trotz massiver selbst verursachter Klimaschäden weiterhin die fossile Energiewirtschaft absichert und finanziert. Lsr-bw Keines der 30 weltweit führenden Versicherungsunternehmen schließt die Absicherung neuer Gaskraftwerke aus. Allianz Das Geld der Vielen arbeitet gegen uns alle.
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Marie-Luise Meinhold über ver.de – eine Genossenschaft, die eine wirklich nachhaltige Versicherung aufbaut. Eine, die das Geld der Mitglieder nicht in fossile Industrien fließen lässt, sondern in einen regenerativen Geldkreislauf: zwischen gemeinwohlorientierten Unternehmen und Menschen, die eine andere Wirtschaft wollen. Statt Kapitalabfluss in anonyme Konzerne entsteht so ein Kreislauf, der lokale und nachhaltige Strukturen stärkt.
Du erfährst in dieser Folge:
Warum konventionelle Versicherungen die Klimakrise mitfinanzieren – und was die Zahlen dazu sagen
Wie ver.de als Genossenschaft eine echte Alternative aufbaut
Was ein regenerativer Geldkreislauf ist – und warum er so viel mächtiger ist als individueller Konsumverzicht
Wie die Macht der vielen kleinen Beiträge für Wandel eingesetzt werden kann
Wie du Teil dieser Bewegung werden kannst
🔗 Links zur Folge:
👉 ver.de – die nachhaltige Versicherungsgenossenschaft:
ver.de
👉 Insure Our Future – Studie zur Klimapolitik der Versicherungsbranche:
global.insure-our-future.com
👉 Fahrradabsicherung – Kooperationsvereinbarung https://bike.ver.de/kooperationen/#formular
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Transkription
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Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
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Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
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Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
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Und dieser Podcast unterstützt dich
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dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
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Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
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und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
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Mein Name ist Hanna Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
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Herzlich willkommen zur 108. Folge im MYZELIUM-Podcast.
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Heute mit Werde und zum Thema regenerative Geldkreisläufe, Versicherungen.
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Ich freue mich sehr, dass heute Dr. Marie-Luise Meinhold mein Gast ist.
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Hi, schön, dass du da bist.
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Ja, bevor wir einsteigen, vielleicht erzählst du erstmal, wer du bist und was du gerade machst.
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Also mein Name ist Marie Meinhold. Ich errichte das Unternehmen Verde.
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Das schreibt man ver.de.
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Verde steht für Versicherung und für DE Deutschland und für Grün in der Kombination.
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Und mein Ziel ist es, mit Werde viele Leute zusammenzubringen und dass die Leute
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auch die Möglichkeit haben, sozusagen ihre Sicherheit,
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ihre finanzielle Sicherheit gemeinsam zu steuern und bei der Gelegenheit,
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Geld umzulenken. Das ist das Ziel.
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Ihr seid ja aktuell, seid ihr eine Genossenschaft. Und aber mit dem Ziel,
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Versicherung zu werden oder daraus eine Versicherung dann irgendwann in der Zukunft zu gründen.
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Vielleicht magst du da nochmal erzählen, Wie macht man sowas?
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Wir haben die Werder Genossenschaft gegründet und die Genossenschaft besteht
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aus an die 600 Mitglieder.
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Und weil wir die Vision haben, dass es eine nachhaltige Versicherung sein soll,
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aktuell sind wir noch kein von der BAföG zugelassenes Versicherungsunternehmen.
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Ich denke, ich sage das mal vorab dazu. Da sind wir leider noch nicht,
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aber da möchten wir einfach gerne hin.
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Und eine Genossenschaft ist leider auch keine zugelassene Rechtsform für eine Versicherung.
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Deswegen haben wir zusätzlich noch eine Aktiengesellschaft gegründet.
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Denn die Versicherung, die dann zugelassen wird, die muss die Rechtsform einer
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Aktiengesellschaft haben.
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Und deswegen gibt es diese beiden Unternehmen, also die Werde EG und die Werde
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AG. Die Werde für nachhaltige Entwicklung EG und die Werde Projektgesellschaft AG.
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Okay, und vielleicht magst du nochmal so ein bisschen aus der Geschichte erzählen.
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Woher kommst du und warum hast du dich dafür entschieden, dich auf den langen
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Weg, weil es ist ja schon ein langer Weg, eine Versicherung zu gründen,
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dich auf diesen langen Weg zu machen?
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Ich habe im ersten Leben Biologie studiert. Also das heißt, ich habe Biologie
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studiert. Ich habe dann später Wirtschaftswissenschaft gemacht.
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Dann bin ich zur Versicherungswirtschaft gekommen. Und ich hatte das Bedürfnis,
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nochmal diese verschiedenen Themen Ökologisches und Soziales und Wirtschaftliches zusammenzubringen.
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Also auch für mich noch ein bisschen auf ein anderes Niveau zusammenzubringen.
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Und deswegen habe ich mich nochmal tiefer damit beschäftigt,
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wie können denn eigentlich Versicherungsunternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
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Zu dem Zeitpunkt war ich im Angestelltenverhältnis bei einer Versicherung.
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Und mir ist es dann dadurch einfach sehr klar geworden, nochmal, dass Geld...
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Man denkt immer an Geld so als Importmannee, so als Münzen und Scheine oder
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als Zahl auf dem Kontoauszug oder auf Zahlen.
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Aber tatsächlich kommt ja die Kraft von dem Geld durch die Bewegung.
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Also dadurch, dass das Geld von einer Person zu anderen Person geht und dadurch
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löst es mit jeder Geldbewegung auch eine ökologische und soziale Folge aus.
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Also das ist nicht nur das Geld, was geht, sondern da hängt immer eine Wirkung
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mit dran, ob wir das jetzt wissen oder nicht.
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Und dadurch, dass halt Versicherung tatsächlich halt, ja, ich sag mal im Kapitalismus,
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aber halt auch außerhalb des Kapitalismus ist, wird da einfach sehr viel Geld
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durch die Versicherung gesteuert.
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Dadurch ist Versicherung so oder so ein Machtfaktor. Es ist einfach ein Geschäftsmodell,
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was durch diese Steuerung von Geldströmen Macht ausübt.
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Aber auch deshalb so spannend, weil eben jeder von uns hat Versicherungen,
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ne? Also wir sind alle irgendwo versichert.
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Gut, gesundheitsversichert und so pflegeversichert ist nochmal rentenversichert,
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ist nochmal irgendwie so eine eigene Geschichte.
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Und dann eben Haftpflichtversichert und so weiter. Und vielleicht...
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Also mich würde das interessieren, was hast du denn beobachtet so aus deinem Werdegang heraus,
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wie Versicherungen gerade noch sozusagen in der alten Welt agieren,
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was dich so beschäftigt hat, dass du gesagt hast,
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da ist so ein starker Impuls, diesen anderen Weg jetzt nochmal zu probieren,
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also dieses Ökologische mit reinzunehmen und das Soziale und mich auf diesen
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holprigen Weg zu machen, Weil es ist ja auf jeden Fall einfacher und angenehmer,
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wahrscheinlich auch bei einer bestehenden Versicherung,
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seine Arbeit abzuliefern und ein sicheres Gehalt zu bekommen,
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als eine Genossenschaft zu gründen, eine Aktiengesellschaft zu gründen,
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Kapital anzuhäufen und dann alles einmal anders machen zu wollen.
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Genau, vielleicht kannst du da nochmal über deinen Impuls sprechen.
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Was hat dich geärgert vielleicht auch?
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Wie bestehende Versicherungen funktionieren und agieren, was die für Handlungsimpulse
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in die Welt bringen, dass du dich anders entschieden hast?
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Also ich hatte mich eben auch im Angestelltenverhältnis schon mit der Frage
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beschäftigt, wie können denn jetzt Versicherungsunternehmen zur nachhaltigen
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Entwicklung beitragen?
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Ich hatte da für mich so ein sehr krasses Aha-Erlebnis. Also für mich war das
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wirklich, ich hatte das Gefühl, ich habe so mein Lebensthema gefunden.
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Und ich konnte das Thema halt deswegen auch nicht mehr loslassen oder ich war
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halt auch extrem begeistert davon.
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Und im Unternehmen, als ich Angestellte war, hat auch niemand gesagt,
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ja, nee, das ist schlecht. Also das sagt niemand.
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Also es sagt niemand, das geht nicht oder es ist schlecht. Es geht nicht,
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sagt vielleicht schon jemand, aber es sagt niemand, das ist schlecht.
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Also es ist eigentlich Konsens, dass das eigentlich Sinn macht.
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Aber ich lasse dich hier noch nicht so schnell von der Angel,
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weil was war denn dieses Aha-Erlebnis? Also da musst du uns jetzt schon mal
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mitnehmen. Was hast du verstanden?
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Ja, ich hatte das so verstanden, dass halt mit Geld, dass in jeder Geldbewegung...
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Eine Auswirkung hängt, eine sozial-ökologische Auswirkung hält,
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im Positiven wie im Negativen,
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dass diese Geldbewegung an sich eben was auslöst und dadurch,
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dass eben bei Versicherungen naturgemäß so viel Geld zusammenkommt,
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weil ja die Versicherung Geld anlegt,
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also sehr viel Geld anlegt, um dann eben im Schadenfall alle Ansprüche sozusagen
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da bedienen zu können, die dann eben da aufkommen.
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Also so ist ja das Geschäftsmodell von einer Versicherung Geld anzulegen und
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dann das von vielen Leuten einzusammeln,
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das Geld insgesamt anzulegen und eben dann mit dem eingesammelten Geld dann
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eben mit diesem Sicherheitspolster alle Ansprüche auszahlen zu können.
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Und durch diese beiden Bewegungen, also sowohl das Geld einsammeln als auch
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das Geld auszahlen, dadurch entsteht sozusagen eine Kraft und durch das Geld
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anlegen entsteht auch eine Kraft.
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Und das sind so die beiden Hebel.
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Also ich sag mal fachlich spricht man so vom versicherungstechnischen Bereich
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und dann noch von einem Kapitalanlagebereich. Aber diese beiden Bereiche sind
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einfach aufgrund der schieren Summe sehr mächtig.
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Also um das nochmal in Zahlen auszudrücken, sind es halt größenordnungsmäßig
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so zwei Billionen Euro allein von der Kapitalanlage her in Deutschland.
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Alle Versicherungen zusammen?
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Alle Versicherungen zusammen in Deutschland, die legen ungefähr zwei Billionen
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Euro an. Das ist eine zwei mit zwölf Nullen.
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Das ist also eine Größenordnung, die ich mir schon nicht mehr so gut vorstellen kann.
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Ab einer Million wird es ja nicht vage, sich eine Zahl vorzustellen.
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Also bezahlen die dann die Schadensfälle, Versicherungen, bezahlen die dann
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wirklich die aus der Rendite heraus oder aus dem eingesammelten Kapital halt?
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Beides wahrscheinlich.
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Also es gibt ja Sachversicherung, Lebensversicherung, Krankenversicherung und
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Sachversicherung ist das Einfachste und bei der Sachversicherung werden die
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Schäden im Wesentlichen aus dem,
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also man strebt an, dass man eben mehr Prämie hat natürlich,
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als dass man an Schaden und Kosten auszahlt.
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Von dem her gesehen übers Jahr verteilt, das Geld, was man einnimmt,
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das zahlt man auch wieder für die Schäden aus.
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Aber es gibt ja langfristige Verpflichtungen und es gibt halt auch Unwägbarkeiten.
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Es kann ja auch mal mehr, es kann ja Schwankungen geben. Es kann immer mehr, immer weniger sein.
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Und deswegen gibt es einfach regulatorische Vorschriften. Die sind auch äußerst
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sinnvoll, dass man einfach immer viel Geld haben muss in der Kapitalanlage.
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Und in Deutschland ist es ungefähr so, dass auf jeden Euro, der eingezahlt wird,
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muss die Versicherung zwei Euro Kapitalanlage ungefähr vorweisen,
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um eben handlungsfähig zu sein.
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Ja, du wolltest aber vorhin noch was sagen, bevor ich dich dann nochmal zu den
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Versicherungen gefragt habe.
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Also ich würde gerne einmal dieses Gefühl von dir nachvollziehen können,
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wo du gemerkt hast, okay, wir haben jetzt dieses Geld einsammeln,
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Dann haben wir die Geldanlage und natürlich sozusagen, wie wir das Geld wieder...
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Einsetzen, wenn wir eingesammelt haben, um Schäden zu begleichen.
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Vielleicht kannst du da nochmal sagen, was hast du beobachtet,
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wie das bisherige Versicherung machen und was möchtest du auch anders machen?
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Also ich sag mal, als ich eben diesen Aha-Moment hatte und als ich davon halt
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eben allen meinen KollegInnen ungefragt erzählt habe, hat eben keiner gesagt,
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dass das irgendwie dumm oder blöd ist.
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Also alle fanden es schon sinnvoll, aber die Praxis war halt die,
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dass man halt im Kerngeschäft oder im Tagesgeschäft irgendwie so feststeckte
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und dass es irgendwie keinen Raum dafür gab, da jetzt in die Richtung dahin zu arbeiten.
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Und aus meiner Perspektive hat sich dann auch nicht so arg viel geändert.
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Also es gab auch damals schon, es gibt immer noch, es gibt so CSR-Abteilungen
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oder Nachhaltigkeitsabteilungen, die halt für die Kommunikation zuständig sind
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und die eben die Aufgabe haben, nach außen zu berichten, was das Unternehmen
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im Bereich Nachhaltigkeit macht.
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Und da gibt es auch ganz viele löbliche Sachen, also von Bäume, Pflanzen bis whatever.
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Also da gibt es sicherlich viele Sachen, die Versicherungsunternehmen machen
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und die darüber auch schreiben und berichten. Und das ist auch alles richtig und schön und gut.
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Was mich aber so geärgert hat oder wo ich einfach so bis heute enttäuscht drüber
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bin, ist, dass man eben an dieses Kerngeschäft so wenig bis nicht rangeht.
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Und das Kerngeschäft besteht eben in der Versicherungstechnik,
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also in den Produkten, den Schadenzahlungen, den Leistungen und dann eben auch in der Kapitalanlage.
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Und bei der Kapitalanlage macht sich halt bis heute auch, macht sich immer noch
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kaum einer Gedanken über die Wirkung von der Kapitalanlage.
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Also von diesen zwei Billionen Euro, die da angelegt werden,
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da macht sich bis heute kaum einer Gedanken, was da die Wirkung von ist. und.
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Es gibt aber halt viele Möglichkeiten. Es gibt halt so wirkungsorientierte Geldanlagemöglichkeiten.
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Und wenn man eben das Geld mit Blick auf die Wirkung, also wenn man überhaupt
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erstmal sich die Mühe macht, versucht die Wirkung zu verstehen,
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das ist ja schon schwierig teilweise, und dann versucht es dann in die richtige Richtung zu steuern,
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dann liegt da halt eine Kraft drin.
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Und mich hat diese Beharrungskraft geärgert oder ich habe eigentlich ein bisschen
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vor dieser Beharrungskraft resigniert an der Stelle.
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Ich habe einfach nicht mehr gesehen, dass ich als Angestellte hier etwas verändern kann,
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weil die Beharrungskräfte halt so eine gewisse Trägheit in der Organisation,
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also diese Trägheit ist das falsche Wort, das wird auch den Menschen nicht gerecht.
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Und es haben sich einfach Strukturen und Mechanismen und Prozesse und Routinen
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entwickelt und die zu verändern ist so schwer.
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Ja, es sind halt, genau, wie viele, glaube ich, unsere Institutionen,
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die nach falschen Regeln funktionieren.
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Und das, also die waren irgendwann mal richtig, die Regeln, glaube ich, vielleicht.
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Oder man hatte zumindest noch genug Puffer, um mit diesen Spielregeln,
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sage ich mal, gut leben zu können.
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Aber ich glaube, jetzt haben wir einfach schon lange Institutionen,
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die sich so aufgebaut haben, sich so etabliert haben und so in einer gewissen
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Form auch erstarrt sind und nicht mehr so richtig anpassungsfähig sind an neue Regeln.
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Und ich glaube, die Auswirkungen dieses Problems spüren wir alle.
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Aber nochmal auf die Versicherung geblickt, also du denkst schon,
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der größte Hebel ist darin die Kapitananlage.
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Und dass eben Geld und vielleicht magst du mal so die Standardinvestitionsobjekte
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nennen, in diese Versicherungen, klassische Versicherungen investieren.
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Also gerade boomt die Rüstungsindustrie.
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Genau, die fossilen Energien sind auch ein sicheres Brett, würde ich sagen.
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Oder waren sie zumindest. Ich glaube, da ändert sich gerade schon was oder hat
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sich schon verändert die letzten Jahre, aber vielleicht magst du da mal erzählen,
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was sind denn die starren Strukturen und welche anderen Strukturen werden denn dadurch gefördert?
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Die Versicherungs-, also es gibt eine Analyse von einer Kollegin,
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die analysiert hat, auf welchem Klimapfad die Geldanlage der Versicherer in
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Deutschland so in etwa ist.
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Und wenn ich mich richtig erinnere, dann ist der Medianwert der Erderwärmung,
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den sozusagen das Portfolio von den Versicherern hat, ist plus 5,8 Grad Celsius.
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Und das ist der Median. Das heißt, es gibt Versicherer, deren Kapitalanlageportfolio,
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wenn alle so anlegen würden wie dieser eine Versicherer, dann wäre man auf einem
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höheren Pfad, also bis zu über 8 plus 8 Grad Celsius.
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Andere sind besser. Aber laut dieser Studie, die ist von Ende 2024.
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Da ist keiner bei den gesetzten 1,5 Grad plus 1,5 Grad Celsius Erderwärmung. Da ist kein einziger.
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Und selbst mit den selbst gewählten Maßnahmen, die schon beschlossen wurden
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und die man einfach schon umsetzen wollte und vielleicht auch teilweise schon
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angefangen hat, die umzusetzen,
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selbst mit den Maßnahmen kommt keiner auf diese 1,5 Grad Celsius.
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Und das ist halt irgendwie so das, wo bei mir die Desillusionierung einfach einsetzt.
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Wie kann das denn sein, dass halt eine komplette Branche sich 2015 begeistert,
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committet und sagt, jawohl, Klimaschutz finden wir auch total wichtig und wir
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wollen alle auf 1,5 Grad Celsius kommen.
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Aber in der Praxis, er weiß es sich dann aus irgendwelchen Gründen nicht als umsatzbar.
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Und dann ist es halt so. Und dann ist es jetzt schon mehr als zehn Jahre später halt so.
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Und das meine ich mit dieser Beharrung.
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Und da kannst du meiner Meinung nach, ist es extrem schwer, da irgendeine Person,
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irgendeinen Menschen persönlich für anzusprechen.
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Weil das ist einfach, wie du sagst, so ein institutionelles Gefüge,
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was sich irgendwie so gebildet hat. und da ist es einfach schwer,
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dieses Gefüge wieder irgendwie zu verändern.
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Okay, und wie wir auch in der Art und Weise, hast du dich dann entschieden zu sagen, gut,
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wenn ich jetzt nicht von innen raus da viel bewegen kann, wenn da Behaarungstendenzen
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zu stark sind, dann gehe ich nach draußen und mache es neu.
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Gründe eine Alternative, damit Menschen, die nachhaltig orientiert sind,
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eben nicht mehr mitmachen müssen.
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Weil das muss man sich ja auch mal vor Augen führen. Ich bin Mensch.
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Eine Versicherung ist ja an sich was total Solides und auch was eigentlich total
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gemeinschaftsbasiert.
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Wir sind ja immer noch im Podcast für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.
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Also eine Versicherung ist klassisch gemeinschaftsbasiert.
0:16:45–0:16:50
Wir alle bezahlen ein kleines bisschen raus und wenn es einen von uns heftig trifft,
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dann ist da diese gemeinschaftsbasierte Absicherung, die mich schützt,
0:16:57–0:17:00
rettet, mir den Rücken stärkt, mich auffängt.
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So, eigentlich total gut und klassisch.
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Trotzdem habe ich auch total wenig Versicherungen.
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Also ich habe nicht mal eine Berufsversicherung, eine Unfähigkeitsversicherung,
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die ja so Standard empfohlen wird, aber ich bin ganz risikofreudig,
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gehe ich da in die Welt und mache das nicht, weil ich denke, ja,
0:17:20–0:17:27
dann schmeiße ich jeden Monat, was weiß ich, 50, 70, 100 Euro einer Versicherung, gebe ich,
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die das dann, was weiß ich.
0:17:30–0:17:34
Ja, wieder in Unternehmen spielt, die ich so gar nicht unterstütze und die eben
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auch, wie du es gesagt hast, finde ich sehr spannend.
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Und dazu beitragen, dass unsere Welt sich sehr, sehr, sehr schnell erhitzt und
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genau bestimmte Werte zerstört werden.
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Und dann nehme ich doch lieber mein Geld und stecke sie in Dinge, wo ich denke.
0:17:51–0:17:56
So ist gerade zumindest mein Pfad und das sagen wir auch immer wieder unseren Hörerinnen und Hörern.
0:17:56–0:18:01
Also zum Beispiel in dem Ökosystem zu zahlen, um sich abzusichern,
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weil wir eben Strukturen aufbauen, die in Krisen und so weiter.
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Halten sollen, aber eben nicht, indem sie viel Kapital halten,
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sondern indem sie noch wissen, wie Gemüseanbau geht, indem sie wissen,
0:18:14–0:18:19
wie man sich organisiert, indem da einfach Menschen sind, denen man vertrauen kann, würde ich sagen.
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Also irgendwie eine andere Form von Versicherung. Jetzt bin ich abgeschwoffen,
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weil jetzt würde ich nochmal wissen,
0:18:25–0:18:30
also hältst du es für möglich, und ich denke, du beantwortest die Frage mit
0:18:30–0:18:33
ja, aber vielleicht nochmal genau wie, hältst du es für möglich,
0:18:33–0:18:37
dass es solche großen Versicherungsunternehmen gibt, die eben.
0:18:38–0:18:43
Die es eben anders machen, die dazu beitragen, dass unser Planet vielleicht
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sogar regeneriert anstatt weiter zerstört wird. Und wie stellst du dir das vor?
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Ja, ich glaube schon, dass grundsätzlich Versicherungsunternehmen sich weiterentwickeln können.
0:18:53–0:19:00
Und ich glaube aber, also ich glaube, dass die eben von sich aus so ohne Not eben nicht,
0:19:02–0:19:08
also von alleine passiert es aktuell halt erwiesenermaßen irgendwie nicht oder
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halt in einer Geschwindigkeit, die viel zu langsam mir erscheint oder die ich
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nicht für angemessen halte.
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Also wenn man jetzt eben planetare Grenzen und so weiter anguckt,
0:19:18–0:19:23
dann ist das nicht angemessen, also die Geschwindigkeit, die die Versicherer da vorlegen.
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Deshalb, weil die Versicherer es von sich aus alleine nicht schneller schaffen,
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ist meiner Meinung nach der einzige Weg, eben eine Versicherung nochmal neu
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aufzubauen, so wie wir das im Bankenbereich auch gesehen haben.
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Da gab es auch alternative Banken, die sich halt gegründet haben und die dann
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eben sich entwickelt haben.
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Die ersten in Deutschland war die GLS-Bank. Dann kam ja noch die Triodos-Bank
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auf den deutschen Markt.
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Und die Umweltbank ist auch gegründet worden, mit dem Ziel eben für Umwelt, was zu tun.
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Also das sind so Häuser, die sind extra mit dem Ziel angetreten,
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da einen Unterschied zu machen.
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Und deswegen machen diese Häuser auch einen Unterschied. Und die etablierten Banken.
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Banken, jetzt Marktführer Deutsche Bank und aber auch alle anderen Banken,
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sind halt bei weitem nicht da, wo halt diese damals Pionierunternehmen,
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also wo die heute stehen, in der Stringenz, wie stringent die das umsetzen,
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weil Banken und Versicherungen sind zwar sehr verschieden, aber haben auch Gemeinsamkeiten
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und ich finde am Bankenbereich kann man das halt ganz gut sehen,
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wie eben auch da die etablierten Banken es nicht schaffen, sich von alleine
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in so eine Richtung zu entwickeln,
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wie es eben die neuen Nachhaltigkeitsbanken, Ökobanken gemacht haben.
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Also die GLS-Bank, die Triodos-Bank, die Umweltbank jetzt mal namentlich genannt.
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Und das bedeutet, dass die Beharrungskräfte eben bestehen bleiben und nur die Unternehmen,
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die es wirklich neu und von Anfang an mit einer neuen DNA sozusagen gemacht
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haben, nur die können es halt wirklich stringent machen.
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Und der Weg ist meiner Meinung nach der und auch diese drei Häuser,
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die ich jetzt genannt habe, die sind ja total klein im Vergleich zum Rest der Bankenwelt.
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Die spielen ja, das ist ja immer noch ein schweres Nischendasein von denen und
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ich wette, dass es in Deutschland immer noch genug Menschen gibt,
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die von diesen Häusern noch nie was gehört haben und,
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Der Weg ist, wenn überhaupt, dann halt der, dass halt diese nachhaltigen Häuser,
0:21:25–0:21:31
dass die halt wirklich halt größer werden und mehr Macht bekommen und mehr Zuspruch bekommen.
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Und wenn das passiert, dann werden sich auch die anderen Häuser bewegen und
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werden halt auch mehr Anstrengungen unternehmen,
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dass sie dann auch nachhaltiger werden, weil es dann hoffentlich genug Druck
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sozusagen gibt von den KundInnen und von der Gesellschaft, dass da mehr und
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schneller was passieren muss.
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Und ich meine, das scheint wirklich ein langer Weg zu sein, wie du das schon
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sagst, weil wir versuchen das jetzt eben im Versicherungsbereich.
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Im Versicherungsbereich gibt es noch gar keine Versicherung,
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die jetzt wirklich so mit dem Ziel angetreten ist.
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Wahnsinn, eigentlich.
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Und mein Plan oder wenn ich es mir wünschen kann oder meine Vision ist tatsächlich
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halt die, dass wir es schaffen mit Werde etwas zu errichten,
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was gerne auch groß werden darf.
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Also so viel mal zum Thema Post-Growth oder Post-Wachstum.
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Wenn es groß wird und wenn es wirklich groß genug ist, dann werden auch die
0:22:28–0:22:31
anderen Häuser in die Pötte kommen und werden auch sich verändern.
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Und das wird einfach diese ganze Transformation und das Umlenken von Geld beschleunigen,
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wenn Werde groß wird. Das ist schon der Ansatz.
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Wenn wir klein bleiben und sagen, wir wollen hier der kleinste Player auf dem Markt sein und bleiben,
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Wird es einfach wenig Effekt haben?
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Oder es wird einfach, ich glaube, oder ich würde es noch anders ausdrücken,
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ich glaube, dass es schon einen Effekt gehabt hat, dass wir überhaupt auf den
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Markt getreten sind und dass wir überhaupt bis hierhin gekommen sind.
0:23:01–0:23:05
Auch das wird vom Markt sehr beobachtet. Also das weiß ich, dass eben viel,
0:23:05–0:23:09
ich sehe es in unserem Newsletter, wenn ich gucke bei den Abwesenheitsnotizen,
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wer unseren Newsletter liest, dann sehe ich, okay, die Branche liest irgendwie mit.
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Interessant. Also das heißt, die wissen das schon und die beobachten das schon.
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Und fühlen sich aber offenbar davon, also ich glaube, also weiß ich nicht,
0:23:21–0:23:22
also welchen Effekt das hat.
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Ich glaube schon, dass das einen Effekt hat, dass eben auch die Häuser versuchen,
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ein bisschen mehr zu machen oder überhaupt was zu machen, weiß ich nicht.
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Also das ist jetzt ein bisschen spekuliert oder ein bisschen hier gemutmaßt.
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Aber ich glaube, dass es eben, je schneller wir vorankommen, je größer wir schaffen.
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Zu werden und Geldströme glaubwürdig
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umzulenken, umso mehr wird es auch Auswirkungen auf die Branche haben.
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Ja, mega.
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Erzähl doch erstmal, wo steht ihr denn jetzt gerade? Wie kann man euch beim
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Wachsen helfen? Also wir sind ja auch, genau.
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Also ich, jetzt nochmal zu diesem Postwachstumskommentar. Ich glaube schon,
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dass gute Dinge wachsen sollten.
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Aber eben nicht unendlich und immer weiter, sondern auch da ist,
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irgendwann einen Punkt bekommen, wo Dinge ausgewachsen sind und dann vielleicht
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auch irgendwann wieder schrumpfen.
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Aber jetzt gehen wir erstmal ins Wachstum rein. Wie kann man euch denn helfen beim Wachsen?
0:24:21–0:24:24
Was braucht ihr denn gerade? Und dann können wir vielleicht mal auf die Kooperation
0:24:24–0:24:29
kommen, wie wir dazu beitragen, dass ihr wachst und ihr auch dazu beiträgt,
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dass wir wachsen können.
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Also das ist eine Symbiose, so wie Pilze oft funktionieren.
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Aber genau, erstmal zu euch. Wo steht ihr denn gerade?
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Was braucht das überhaupt, um eine Versicherung zu gründen? Wie kann man euch
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helfen, wenn jetzt hier Menschen sagen, aha, stimmt, ich bin auch noch bei einer
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klassischen Versicherung und habe da keine Lust mehr drauf?
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Ja, also wir haben schon ein kleines erstes Produkt und zwar ist das ein Schutz
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für Fahrräder gegen Diebstahl und gegen Unfallsturz und Vandalismus.
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Das haben wir auch an der BaFin vorbeigeführt, also es ist alles geklärt,
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dass das legal ist, was wir machen. Ich denke, ich sage das nochmal dazu.
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Und wir schützen also Fahrräder auch schon seit 2020 haben wir das erste Produkt aufgelegt.
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Und ja, also wir schützen eben diese Fahrräder und.
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Was uns im Moment am meisten hilft, ist, wenn wir Leute, die Fahrrad fahren,
0:25:29–0:25:31
davon überzeugen können, dass wenn
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ich Fahrrad fahre, weil ich etwas für nachhaltige Mobilität tun möchte,
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also für Klimaschutz, dann macht es halt voll Sinn.
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Und wenn ich dann auch ein Risiko darin sehe, dass mein Fahrrad geklaut wird
0:25:45–0:25:49
oder werden könnte und dass ich davon einen finanziellen Verlust haben könnte,
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also wenn man eben das Thema Sicherheit an der Stelle in Betracht zieht,
0:25:55–0:25:58
dann wäre es einfach das Allerhilfreichste, wenn diese Menschen,
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wenn sie sozusagen sich für einen Schutz für ihr Fahrrad gegen Diebstahl entscheiden,
0:26:03–0:26:05
dass sie das dann mit uns machen.
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Weil eben, wie wir uns da eben sichern, das lenkt eben auch die Geldströme.
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Und das ist dann halt einfach stringent, wenn man halt eben Fahrrad fährt für
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Klimaschutz, dass man dann auch einen Schutz wählt, der auch für Klimaschutz ist.
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Und der auch wirklich dazu beiträgt mit den Geldströmen.
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Und nicht, dass man halt Fahrrad fährt, aber die Geldströme arbeiten eigentlich
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dagegen. Das ist weniger stringent.
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Diese Botschaft ist halt relativ schwer zu vermitteln.
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Aber wenn das einer mal verstanden hat oder verinnerlicht hat,
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dann glaube ich, sind es unsere treuesten MitstreiterInnen.
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Und von denen brauchen wir einfach natürlich mehr.
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Also eben konkret eben im Moment ist das Thema Umsatz, Produkt,
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Fahrradfahren, Klimaschützen, Geldströme umlenken.
0:26:51–0:26:53
Das ist für uns im Moment tatsächlich der Hauptfokus.
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Darüber hinaus kann man sicher auch Genossenschaftsmitglied werden bei euch.
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Weil, genau, aktuell seid ihr eine Genossenschaft, ne? Und ihr sucht da auch
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Genossenschaftsmitglieder.
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Was, genau, was passiert denn, wenn ich da als Genossenschaftsmitglied würde
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bei euch? Wollt ihr überhaupt neue Genossen und Genossinnen?
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Ja klar, also natürlich möchten wir gerne neue Mitglieder. Also klar,
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also 600 Mitglieder ist schön, aber 6000 Mitglieder wäre natürlich besser.
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Ja, jedes Mitglied ist herzlich willkommen. Das hilft uns einfach,
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den nächsten Schritt zu gehen Richtung nachhaltige Versicherung.
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Im Moment sind wir ja, wie ich das schon sagte, im Absicherungsmodus.
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Aber für eine echte BaFin-Zulassung müssen wir einfach noch mehr Kapital vorweisen
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und dafür, um eben dieses Versicherungsunternehmen zu errichten,
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dafür sind Mitgliedschaften sehr, sehr willkommen.
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Darfst du das sagen, wie viel Geld ihr dafür insgesamt braucht?
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Um so eine Versicherung zu werben, wie viel Kapital braucht es dafür?
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Also ich kann von meiner Hand für die Zahlen nicht ins Feuer legen.
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Ich denke, dass wir mit 6 Millionen Euro auf der sicheren Seite sein sollten,
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dass wir auch eine BaFin-Zulassung erhalten.
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Das letzte Wort liegt aber bei der BaFin.
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Okay. Und dieses Kapital sammelt ihr über Genossinnen ein?
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Ja. Also wir haben in den Jahren 2023 und 2024 Anstrengungen unternommen und
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haben halt Mitgliederkampagnen gemacht,
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haben wirklich da Mitglieder eingeworben und haben auch dann Mitglieder Darlehen
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angeboten und haben auch für einzelne,
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also im Rahmen vom sogenannten Private Placement,
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auch wenige Nachrangdarlehen angeboten und haben auf diese Weise mit der Genossenschaft,
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mit den Mitgliedern so ungefähr eine Million Euro eingesammelt.
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Krass. Okay, und jetzt dann aber doch nochmal zu diesen Umlenkungen der Geldströme,
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weil das ist ja was, was uns auch beschäftigt und uns auch in der Kooperation
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beschäftigt, Weil wir rufen gerade, für alle, die es noch nicht wissen,
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wahrscheinlich weiß es noch niemand,
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weil wir machen das einfach nebenher, rufen wir tatsächlich Fahrradläden an
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und erzählen ihnen einerseits davon, dass es genau die Möglichkeit gibt,
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auch als Fahrradladengemeinschaftsbasiert zu wirtschaften.
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Weil auch im Fahrradladen in der Fahrradladenbranche ist es wirklich zu beobachten,
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wie große Ketten übernehmen und kleine Einzelhändler innen im Fahrradbereich
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einfach schließen immer mehr und genau als Verbraucherin oder als Nutzerin eines
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Fahrrads ist es auch echt ein Leidwesen weil man gar kein.
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Gutes Fahrradgeschäft mehr findet was einem das Fahrrad repariert wenn man eben
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diese Skills noch nicht alleine hat und,
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Genau, für alle, die also keinen Fahrradladen mehr um die Ecke haben, tut es mir sehr leid.
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Für alle, die noch einen haben und vielleicht auch Interesse daran haben,
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den zu schützen oder vielleicht hört ihr zu und seid Kundin,
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Nutzerin in einem Fahrradladen, von dem ihr denkt, das ist ein cooler Ort,
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der soll erhalten bleiben, der repariert mir immer mein Fahrrad.
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Und das sind, genau, gute Menschen, die da stehen und dann, genau,
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schickt den gerne zu Werde, sag ich mal, oder schickt den zu uns,
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weil man kann Kooperationspartner werden von Werde und dann kann man als Fahrradladen,
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als Kooperationspartner von Werde, kann man sozusagen Informationen auslegen,
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Plakate auslegen für die Nutzerinnen und Kundinnen im Laden,
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die dann ein Fahrrad kaufen.
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Das dann bestenfalls versichern lassen bei euch, gilt dann auch an Sofortschutz
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und der Fahrradladen, wenn so eine Versicherung über diesen Fahrradladen als
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Kooperationspartner abgeschlossen wird, bleibt eben auch noch Geld beim Fahrradladen.
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Was wir uns dann ausgedacht haben, als es mit Selium war, aha,
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dann könnte der doch dieses zusätzliche Geld, was er bekommt,
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weil er für euch Versicherungen einwirbt oder Versicherte einwirbt,
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könnte er nutzen, um mit uns ein gemeinschaftsbasiertes Geschäftsmodell zu entwickeln,
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was dann seine Existenz in Zukunft sichert.
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Also es ist Win-Win-Win einerseits und andererseits ist es eben genau diese
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Umlenkung von Geldströmen, von der du jetzt auch gesprochen hast,
0:30:55–0:31:00
nur nochmal auf dem Level drunter, auf dem Meso- oder Mikro-Level, würde ich sagen.
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Weil, genau, ich meine,
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viele größere Unternehmen, die wachsen wollen, die mehr Kontakt zu Nutzerinnen
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brauchen, die mehr Verbraucherinnen und Kundinnen wollen, die investieren das
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Geld oft in Meta, in Google,
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in, ja, was weiß ich, in Unternehmen, die sehr reichen Menschen,
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eh schon sehr reichen Menschen gehören, die dann dadurch ihre Marktmacht nutzen können sozusagen.
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Und da aber dann eben auch nochmal mehr Geld bekommen hast.
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Auch da ist ja eine Geldstromlogik im Sinne von, wem gebe ich eigentlich mein
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Geld, dass er für mich wirbt und dass er von mir gut spricht?
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Und kann ich es nicht vielleicht auch so umlenken, das eigene Geld sozusagen,
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dass es im Kreislauf bleibt?
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Und ich glaube, genau, wir finden es so spannend, mit euch zu kooperieren,
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weil ihr das erste Unternehmen seid,
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dem wir das jetzt mal ausprobieren, wirklich zu überlegen, okay,
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wie können denn die Geldströme, die eh bei uns entlanglaufen oder auch die Arbeitsressourcen,
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die eh schon bei uns sozusagen passieren, wie können die so genutzt werden,
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dass sie uns gegenseitig stärken.
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Und wenn man sich das im Großen vorstellen würde, es gibt ja fast in jeder Branche so ein...
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Ich will jetzt nicht sagen Einhorn,
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weil das auch schon wieder so Start-up irgendwie komisch belegt ist.
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So ein Leuchtturm von Unternehmen, die es schon wirklich anders machen,
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die es schon wirklich konsequent anders machen und sich anders aufstellen.
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Und diesen Einleuchtturm zu finden und zu sagen, okay, wir überlegen wirklich,
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wie wir uns gegenseitig stützen mit unseren Geldströmen, wie wir gut kooperieren,
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wie wir darin eine Beziehung aufbauen und Vertrauen miteinander aufbauen,
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und daraus so eine gemeinsame Stärkung und ein gemeinsames Ökosystem entsteht.
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Genau, das war so unsere Idee für die Kooperation.
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Und genau, vielleicht willst du nochmal kurz erzählen, wie es eigentlich dazu
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kam, wie wir in Kontakt gekommen sind, Weil da war ich nicht beteiligt,
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aber du und natürlich Timo, wie wahrscheinlich alle schon sich denken können.
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Genau, vielleicht magst du da nochmal erzählen, wie wir zusammengekommen sind.
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Ja, es gab in München letztes Jahr ein Beyond Economy Festival.
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Da waren wir als Aussteller dabei und Timo war da auch, ich glaube, als Teilnehmer.
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Und wir haben uns einfach beim Mittagessen so ausgetauscht und haben uns einfach
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länger darüber unterhalten.
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Und haben halt festgestellt, dass wir manche Sachen einfach ähnlich sehen und
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sind dann einfach so in den Kontakt gekommen, dass wir viele Punkte,
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also eine gleiche Sicht auf verschiedene Sachen haben.
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Also unter anderem eben dieses Postwachstumsthema, was du eben schon mal angesprochen
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hast, dass es doch irgendwie absurd ist, wenn man selber was Besseres aufbauen
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will, dass es dann halt irgendwie so eine.
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Dass es dann, wenn man halt dann gebasht wird, dass man wachsen will,
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dass es halt irgendwie kontraproduktiv ist.
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Ja, also das war zum Beispiel eine Sache oder das,
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Ja, es ging auch so Richtung Profitabilität. Also Profitabilität anzustreben
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ist ja nicht per se böse. Also das ist ja nicht der Punkt.
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Also der Punkt ist ja halt die Wirkung.
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Und da muss man halt wirklich halt hingucken. Aber jetzt nur alles sozusagen
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zu verteufeln, was irgendwie grundsätzlich mit Geld zu tun hat oder alles zu
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verteufeln, was grundsätzlich wachsen will, das ist nicht sinnvoll. Das ist nicht sinnvoll.
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Also Profitabilität muss man anstreben, weil wenn man Defizit anstrebt,
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wird man wohl nicht überleben.
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Das kann ja kein Ziel sein. Ja, und man kann auch nicht, wenn man bei plus minus
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null ist, kann man auch nicht da bleiben wollen. Das macht keinen Sinn.
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Und das sind einfach so Punkte, wo ich einfach sagen muss, da hat diese Postwachstumsökonomie
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bei aller berechtigten Kritik an vielen Sachen, wie sie halt bisher sind,
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aber an der Stelle hat die Postwachstumsökonomie uns so ein bisschen einen Bärendienst erwiesen,
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weil es eben allen Pionieren extrem schwer macht, in der eigenen Community irgendwie
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so ernst genommen zu werden.
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Also das ist wirklich problematisch.
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Ich hatte ein traumatisches Erlebnis in einer sehr netten Runde von wirklich
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sehr überzeugten Leuten, also Verein und so und Klima und ganz bewusst und so
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weiter. Und dann habe ich gesagt, ja, und wir möchten gerne wachsen.
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Dann hat das so ungefähr einen Aufschrei in der Runde gegeben,
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so wie ihr wollt wachsen. Ich so, ja, wir wollen wachsen.
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Und dann war das da so, nee, also ihr wollt wachsen, geht ja gar nicht.
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Und das ist halt einfach so, da denkst du dir, okay, wenn wir so eine Haltung
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haben, dann sind wir eher Teil des Problems als Teil der Lösung.
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Ja, voll. Also,
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Genau, ich glaube, wir arbeiten ja sehr viel zu zyklisch in unserem Myzelium und alles wächst.
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Alles in der Natur wächst und es gibt aber auch immer wieder diese Rückzugs-,
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diese Ruhephasen, diese Erneuerungsphasen.
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Also nicht dieses, und ich glaube, das ist auch spannend, wenn du über deine
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Erfahrung in den bestehenden Versicherungen sprichst.
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Wenn wir das geübt hätten, auch mal sozusagen nach einer Strecke von Wachstum
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auch innezuhalten und zu fragen, hey, und wachsen wir gerade eigentlich in die
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richtige Richtung oder müssen wir uns gerade wieder Richtung Sonne justieren?
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Warum machen wir das hier überhaupt?
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Und so dieses Innehalten zu üben und dann wieder in eine Phase des Wachstums zu gehen.
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Ich glaube, das ist ultra wichtig, weil ich glaube, dass unsere Welt so ein
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bisschen verlernt hat, zu wissen, wohin sie wachsen will eigentlich.
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Also ich glaube, dass dieses Wachstum an sich ist überhaupt nicht das Problem,
0:36:40–0:36:44
sondern gar nicht mehr mitzubekommen, warum man eigentlich wachsen will.
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Also und da geht es ja um die Wirkung. Was will ich eigentlich mit meinem Wachstum erreichen?
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Will ich groß sein, weil ich groß sein will oder will ich groß sein,
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weil ich Dinge tun kann dann damit?
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Und ich glaube, das ist eher, also wenn ich da mein VBL-Studium da so reflektiere,
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dann war halt oft so, warum wollen wir denn Wachstum?
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Was ist denn hinter dem Bruttoinlandsprodukt Wachstum? Ja, und was steckt denn
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in diesem Bruttoinlandsprodukt?
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Ich glaube, das haben wir vergessen, dieses zu fragen, warum wachsen wir denn?
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Und wohin wachsen wir denn? Und.
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Ich glaube, Wachstum, um zu wachsen, ist tatsächlich ein Problem,
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führt dazu, dass wir unsere Welt zerstören und überfordern und uns selbst auch
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zerstören und überfordern.
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Also ich glaube auch dieses ständige, ich muss mich selber optimieren und ich
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muss selber immer mehr und immer besser und immer effizienter und so weiter.
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Und ich glaube auch da immer wieder so in die Ruhe zu gehen und mal kurz zu
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sagen, okay, und das ist auch mal kurz gut innezuhalten und es auch mal kurz
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gut zu checken, warum wachse ich eigentlich oder warum will ich eigentlich wachsen
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und wo will ich eigentlich hin.
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Genau, das vielleicht nochmal gesagt. Insofern, dem Wachstumsparadigma als Wachstum,
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um zu wachsen, stehe ich auch kritisch gegenüber.
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Aber dieses Wachsen, um was zu bewirken, um was zu verbessern,
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um zu sagen, hey, ich will Druck auf diese Versicherungsunternehmen ausüben,
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damit die sich auch verändern, damit die auch nachhaltig investieren,
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halte ich für ultra sinnvoll.
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Und ich wünsche euch, dass ihr viel und schnell wachst und dass viele Menschen
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das hier hören und sagen, hey, ich kann mir vorstellen, Genossin,
0:38:16–0:38:21
Genosse zu werden in der Werdegenossenschaft, um dann sozusagen dabei zu unterstützen,
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die erste nachhaltige Versicherung aufzubauen. Und das ist ja wirklich ein Wahnsinn.
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Also es ist ja wirklich ein Wahnsinn, dass es das noch nicht gibt.
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Und ich bedanke mich sehr herzlich, dass du dich aufgemacht hast mit vielen
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Menschen wahrscheinlich um dich herum. Wie viele Menschen seid ihr in eurer Organisation?
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Wir sind gerade geschrumpft. Wir sind im Moment zu viert.
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Ah ja, okay. Dass ihr, genau, dass ihr das schafft,
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Zu wachsen und viele Fahrradabsicherungen erstmal an die Menschen zu bringen.
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Heißt, wenn ihr Fahrradfahrt noch keine Fahrradabsicherung habt,
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meldet euch bei Marie Meinhold oder bei uns auch.
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Ihr könnt uns auch schreiben. Wir stellen die Links auch nochmal in die Show
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Notes, in die Story, damit ihr euch da melden könnt.
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Genau. Gab es noch abschließende Worte?
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Willst du noch was loswerden? Zu meinem Wachstumsmonolog zum Beispiel.
0:39:15–0:39:19
Aber wenn du Wachstum hiermit anfängst, dann muss ich leider darauf eingehen.
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Ich bin schon lange damit beschäftigt.
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Wie gesagt, ich habe ja mal Biologie studiert.
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Von dem her habe ich jetzt mit Wachstum per se erst mal gar kein Problem.
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Und mir ist auch bekannt.
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Dass es eben diesen Biologismus oder was gibt, dass man eben sagt,
0:39:38–0:39:41
ja, das gute Wachstum, aber das Krebswachstum und so, sodass man das praktisch
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so auf die Wirtschaft übertragen hat im Rahmen von dieser Postwachstumskritik,
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als ja, das gibt ja auch das böse Wachstum und so und das müssen wir ja verteufeln und so.
0:39:51–0:39:57
Also ich sehe den Punkt, also wir sind dabei zwei Sachen durch den Kopf gegangen.
0:39:58–0:40:00
Du kannst damit machen, was du möchtest.
0:40:00–0:40:05
Aber mir ist einmal durch den Kopf gegangen, dass eben diese Ruhephasen,
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Wir sind jetzt hier gerade im März.
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Es brecht ja gerade hier los mit dem Wachstum.
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Aber das kann ja in anderen Geografien auch durchaus mal anders sein.
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Also manche haben ja auch gar keine Ruhephase so um den Äquator.
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Ich glaube, da ist es ganzjährig gleich mehr oder weniger.
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Und ja, ich bin durchaus auch für Ruhephasen.
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Ich glaube aber, dass es halt unterschiedliche Klimagegenden gibt und dass es
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auch da vielleicht auch mal mehr oder weniger Ruhephasen gibt.
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Ich weiß, dass ich mal eine Freundin hatte aus Malaysien und die hat immer gesagt,
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also bei denen war es immer gleich.
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Also die hatten immer Sommer und immer heiß und da gab es gar keine Jahreszeiten.
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Also sie hat gesagt, also die liebte das halt von Europa, dass es Jahreszeiten
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gibt, weil die halt bei sich keine hatte.
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Das war das eine, was mir noch durch den Kopf ging und ich glaube halt, Wachstum hin oder her,
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ich glaube halt, wie wir das halt mit dem, wir haben ja beide so einen Hintergrund
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mit Univitten Herdecke und Niklas Luhmann und so und halt dieses Systemische,
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ja, das sehe ich halt total.
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Und ich glaube halt, dass wenn wir halt den Blick auf die Wirkung,
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auf die sozial-ökologische Auswirkung immer legen, also bei allen Geldbewegungen,
0:41:23–0:41:24
egal ob das jetzt im Konsum ist,
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also im Konsum, da gibt es ja das Thema,
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also früher hat man das strategischen Konsum genannt, dass man gesagt hat,
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ich achte bei meiner Kaufentscheidung auf, ist das fair gehandelt,
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ist das ökologisch hergestellt beim Konsum, aber eben genau so.
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Zum Konsum gibt es halt noch diese zweite Seite, eben die Investition,
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diese Investitionsseite.
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Finanzieren, investieren ist ja auch das Gleiche eigentlich so.
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Es sind zwei verschiedene Betrachtungen vom Gleichen.
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Also finanzieren, investieren, das ist halt das, was halt das ermöglicht,
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was man dann morgen oder heute oder morgen konsumieren kann überhaupt.
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Und diese beiden Sachen bedingen sich. Also da, wo ich rein investiere,
0:42:06–0:42:13
da entstehen oder werden erhalten Geschäftsmodelle und das wird dann wieder
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konsumiert und der Konsum wiederum entscheidet dann darüber,
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ob dieses, was vorher investiert wurde, ob das jetzt weiter besteht oder nicht.
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Also ob das profitabel wird oder nicht. Also diese beiden Sachen hängen zusammen,
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also investieren und konsumieren.
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Und deswegen, wenn wir halt immer nur auf die Konsumseite oder auch auf die
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Nicht-Konsumseite, also Verzicht oder was auch immer, gucken,
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also wie kann ich ohne Konsum leben oder so.
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Aber wenn ich immer nur bei diesen beiden Aspekten bleibe, Konsum,
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nicht Konsum, aber die Seite finanzieren, investieren, außen vor lasse,
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dann habe ich halt auch nur das halbe Bild.
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Und ich glaube halt, dass wir mit unseren Investitionsentscheidungen die Zukunft gestalten.
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Weil ich glaube, dass halt alles, was wir halt jetzt sehen, also so wie es jetzt heute ist, egal was.
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Ob du jetzt den Monitor, das Mikrofon, das Endgerät, das Licht,
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die Tür, das Fenster oder was auch immer, die Gebäude, die Straßen,
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die Bäume, alles ist da, weil da jemand mal eine Investitionsentscheidung getroffen hat.
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Ich pflanze das hier hin oder ich rohe es zumindest nicht ab.
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Und das sind alles bewusste Entscheidungen gewesen aus der Vergangenheit,
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die halt über unsere Gegenwart entscheiden.
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Und diese bewussten Entscheidungen, was eben die Investitionen angeht,
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entscheidet eben genauso über unser Morgen.
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Ich glaube, es gibt nichts Wichtigeres, was über unser Morgen entscheidet,
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als unsere Investitionsentscheidungen.
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Ja.
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Ja, und damit aber Investitionsentscheidungen auch Früchte tragen und Wirkung
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entfallen können, braucht es dann eben noch die vielen, vielen kleinen Konsumentscheidungen,
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die sagen, und ich nutze jetzt diese...
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Diese Investitionsentscheidungen für mich und mein Wohl.
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Also genau, das finde ich nämlich so krass. Da machen sich Leute auf,
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du machst dich auf, baust eine Genossenschaft auf, baust eine Versicherung auf.
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Und jetzt ist es aber so, es ist ein Angebot, was da ist.
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Und es fragt so, hey Leute, wollt ihr eine nachhaltige Versicherung?
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Wollt ihr mich in diesem Weg unterstützen? Und vorher gab es überhaupt nicht
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die Möglichkeit, gab es überhaupt nicht die Freiheit,
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sich nachhaltig, jetzt gut, erstmal mit einem Fahrrad abzusichern,
0:44:25–0:44:28
aber sich auch dann in Zukunft hoffentlich bald nachhaltig zu versichern.
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Jetzt gibt es diese Möglichkeit bald.
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Und dann braucht es eben noch die vielen, die noch nicht den Kopf in den Sand
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gesteckt haben, sondern immer noch irgendwie mit wachen Augen durch die Welt
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laufen und sagen, und ja, toll, danke, ich nutze dieses Angebot.
0:44:43–0:44:47
Auch wenn es irgendwie unbequem ist, da jetzt zu wechseln und so weiter.
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Und ich glaube, das haben wir gerade an ganz vielen Ecken und Enden.
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Also auch so, welche digitalen Instrumente nutzen wir?
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Wo gehen wir einkaufen?
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Wie nutzen wir unsere eigenen Geldflüsse, die eh sozusagen von uns abfließen
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als irgendwie in dieser modernen Geldgesellschaft lebende Wesen?
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Wie nutzen wir die, um die Investitionen zu stärken, die uns eine Zukunft geben, die uns taugt?
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Und genau, ich glaube, das ist so das, was wir grob unter regenerativer Geldkreislauf
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auch irgendwie verstehen wollen als MYZELIUM.
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Da wird es, glaube ich, nochmal bald eine Folge zu geben. ein regenerativer
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Geldkreislauf, wo die Geldflüsse, die wir eh bewegen, halt nicht mehr zu denen,
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fließen, die 5,8 Grad Welten,
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bewirken, sondern zu denen fließen, die eben mit on board sind und mit dagegen
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ankämpfen. Heißt, wenn ihr das hört,
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Dann denkt doch nochmal nach. Bei wem habt ihr eine Versicherung?
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Bei wem habt ihr eine Fahrradabsicherung?
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Bei wem kauft ihr eure Lebensmittel ein?
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Bei wem habt ihr euren Handyvertrag? Welche Bank hält euer Geld und investiert es?
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Und da eine herzliche Einladung auch, genau, auch sich umzuentscheiden und euer
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Geld Teil eines regenerativen Geldkreislaufs werden zu lassen.
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Und ich glaube, so als letzten Plop in meinem Hirn würde ich dich doch dazu
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legen. Wir hatten echt überlegt, ob wir so, weil ich finde es ja auch anstrengend.
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Und ich bin auch zum Beispiel noch bei Spotify, obwohl ich schon längst mich,
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also so jedes Mal, wenn ich es aufmache, ärgere ich mich richtig, dass ich da noch bin.
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Und bräuchte, weil die ja auch so,
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Böse sind, sag ich mal allgemein gesprochen. Und ich gerne wechseln würde zu
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einem anderen Podcast, Hörbuch und so weiter Anbieter.
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Aber ich habe es einfach noch nicht geschafft. Und ich glaube,
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wir überlegen gerade, ob wir auch so bald irgendwann so Tuber-Partys anbieten.
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Tuber-Partys, in denen man sich trifft und gemeinsam sagt, okay,
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ich zeige dir, wie dieser Wechsel funktioniert und wir machen es aber auch wirklich gleich.
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Weil manche Sachen, die kann ich theoretisch drehen und wenn nicht hilf,
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aber praktisch ist es einfach anstrengend.
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Und genau, heißt, vielleicht kriegt ihr bald eine Einladung zu einer Transformations-Tuber-Party,
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Transformations-Party im Kleinen.
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Das macht Sinn, genau. Also ich habe mir jetzt noch durch den Kopf gegangen,
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dass eben dieses Thema Verzicht, so wie du das ja eingangs gesagt hast,
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du hast ja gesagt, ja Berufs- und Fähigkeitsversicherung, ich habe da keine Lust.
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Ich spüre, dass da was Schlechtes irgendwie, also dass da irgendwie Schaden
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dranhängen könnte an diesem Geldstrom, deswegen verzichte ich dann lieber auf dieses Produkt.
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Das ist ja so dieser klassische Move, dass man sagt, ich sehe hier was Schlechtes
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oder ich vermute da was Schlechtes oder ich kann es belegen oder nicht belegen,
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aber deswegen verzichte ich.
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Das macht sozusagen in dem Moment Sinn, wenn man halt einen Schaden nicht verursachen möchte.
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Das verstehe ich komplett, Aber wie gesagt, oder wie du es eben schon gesagt
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hast, wenn es aber eben nicht so ist, dann kann ich ja vielleicht den Verzicht
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auch wieder überdenken, ob das so Sinn macht an der Stelle.
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Ja, voll schön. Ich glaube, ein rundes Gespräch mit viel neuem Einblick in eine
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Branche, mit der sich, glaube ich, so links ökologisch orientierte Menschen
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gar nicht so gerne beschäftigen.
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Also die Versicherungsbranche ist jetzt nicht so die Lieblingsbranche von uns, sag ich mal.
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Ja, ja, ich weiß. Also das ist mir bekannt. Und das finde ich aber eigentlich
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auch den spannenden Ansatz bei euch, dass ihr ja so branchenübergreifend seid.
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Also ich glaube halt, oder ich beobachte das zum Beispiel auch in der Fahrradbranche.
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Ich bin ja jetzt berufsbedingt auch stärker in der Fahrradbranche unterwegs.
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Und aber da ist es auch so, das ist so Fahrrad, Fahrrad, Fahrrad,
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Fahrrad, Fahrrad, Fahrrad, zum Beispiel jetzt Ernährung oder irgendwas anderes
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ist dann halt auch da wieder kein Thema, weil es halt dann,
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weil es dann halt da so ist, ja, und also das sind so, also jede Branche ist
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da so ein bisschen so sein Silo und es gibt eben diese Querverbindung kaumst,
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selbst bei den Leuten, die sozusagen sich,
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also wenn jetzt jemand sagt, ist jetzt in der Fahrradmobilität,
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also es gibt natürlich Auch da kann man nicht alle über einen Kamm scheren.
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Auch da gibt es sicherlich welche, die eben sagen, ja, aber das ist auch wichtig
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oder das ist auch wichtig.
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Aber es gibt keine systematische Verknüpfung von diesen nachhaltigen Dingen.
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Also nachhaltige Ernährung, nachhaltige Mobilität, nachhaltiges Wohnen, nachhaltige Energie.
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Die hängen alle nebeneinander und da gibt es nichts quer. Ja,
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und das ist halt die Stärke eben auch von euch, dass ihr da ja branchenübergreifend seid.
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Und da gibt es nicht so viele von, muss man ganz ehrlich sagen.
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Also es gibt eigentlich extrem wenige.
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Ja, und wir glauben eben, dass es am besten funktioniert, wenn man wirklich
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vieles unter einem Dach vereint. Ja, ja.
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Aber das ein anderes Mal, liebe Podcast-Hörerinnen, wie wir das alles unter einem Dach vereinen.
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Ich danke dir, Marie, dass du dir die Zeit genommen hast und hoffe,
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dass unsere Kooperation noch lange Früchte trägt.
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Und vielen Dank fürs Zuhören, liebe Menschen da draußen.
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Und werdet gerne Mitglied bei uns in unserem MYZELIUM-Ökosystem und oder auch
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bei Werde in der Genossenschaft.
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Die können auch Unterstützung gebrauchen.
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Herzlichen Dank und bis bald. Tschüss.
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Vielen Dank, liebe Hannah. Bye, bye.
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Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
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dass du heute mit dabei warst.
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Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
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dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
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Wirtschaftens weiter zu verbreiten.