MP119 – Wie entsteht Gemeinschaft – und wie pflegt man sie?

Gemeinschaft passiert nicht einfach. Sie entsteht – wenn die richtigen Bedingungen da sind. Aber was sind das für Bedingungen? Und was braucht es, damit Gemeinschaft nicht nur aufflackert, sondern trägt?

In dieser besonderen Folge spricht Hannah Heller im Selbstgespräch – kein Gast, keine Interviewstruktur, sondern ein persönlicher Impuls, den sie beim IÖW geteilt hat und nun für den Podcast aufbereitet: Warum Gemeinschaft eines der mächtigsten Mittel ist, das wir haben – für Gesundheit, Resilienz, Demokratie und Sinn. Und wie sie entsteht: durch Zugehörigkeit, Einfluss, Bedürfniserfüllung und geteilte emotionale Verbundenheit.

Eine Folge für alle, die schon gemeinschaftsbasiert Wirtschaften und ihre Gemeinschaft pflegen möchten.

Zum Weiterlesen und Weitermachen:

Community Weaving – praktische Werkzeuge und Rahmen, um gesunde Gemeinschaften zu weben.

McMillan, D. W. & Chavis, D. M. (1986): Sense of Community: A Definition and Theory. Journal of Community Psychology, 14(1), 6–23.

Ostrom, E. (1990): Governing the Commons. Cambridge University Press.

Für diese Episode des MYZELIUM Podcast liegt machninell erstelltes Transkript vor. Es wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Im Zweifel gilt immer das gesprochene Wort.

Transkription

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Hallo und herzlich Willkommen zum MYZELIUM Podcast. Hier geht es um eine neue
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Art und Weise des Wirtschaftens, verbindend und lebensdienlich.
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Wir nennen es Gemeinschaftsbasiert Wirtschaften.
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Und dieser Podcast unterstützt dich
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dabei, deine Ideen und Unternehmungen gemeinschaftsbasiert umzusetzen.
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Hier teilen wir inspirierende Geschichten des Gelingens, nützliche Methoden
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und erfahrungsbasiertes Wissen aus dem MYZELIUM Ökosystem und der Wandelbewegung.
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Mein Name ist Hannah Heller und ich freue mich sehr, dass du dabei bist.
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Herzlich willkommen zur 119. Folge des MYZELIUM-Podcasts. Heute eine besondere
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Folge, weil ich habe keinen Gast.
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Ich spreche einfach nur mit mir selbst, beziehungsweise ich hole euch rein in
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einen Vortrag, den ich beim Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gehalten
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habe, in einem Projekt, was sich damit beschäftigt,
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wie Emotionen in Organisationen wirken, einfach um herauszufinden, wie sich ehrenamtliche,
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Mitarbeitende wohlfühlen, wie sie sich gut einbringen können,
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genau was ihre Emotionen sind, um sich zu motivieren, da mitzumachen.
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Da waren die Ergebnisse ganz spannend, vielleicht dazu wann anders mehr.
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Aber ich habe in diesem Rahmen einen Vortrag gehalten zum Thema wie entsteht
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Gemeinschaft und wie pflegt man sie.
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Und da, zumindest seit meiner Zeit in diesem Podcast, wir noch nicht so intensiv
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über Gemeinschaft gesprochen haben, würde ich das gerne nachholen.
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Für uns als MYZELIUM ist die Gemeinschaft eigentlich.
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Der Dreh- und Angelpunkt, das zentrale Potenzial, die zentralen Ressourcen,
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die wir heben möchten, weil wir eben,
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beobachten, dass in unserem System wie es gerade aufgebaut ist,
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wie eigentlich aktiv Gemeinschaften immer wieder zerstört wurden in der Vergangenheit.
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Also jetzt rede ich über, als die Industrialisierung eingeführt wurde und Karl
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Polanyi hat dazu ein Buch geschrieben, wie dann eigentlich aktiv Dorfgemeinschaften
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zerstört wurden, um die Leute in die Lohnabhängigkeit zu bringen.
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Heute sind fast alle in der Lohnabhängigkeit. Also wir finden es ganz normal, dass wir in Deutschland,
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Genau, in Arbeiten gehen und dafür bezahlt werden. Das war nicht immer so.
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Früher war es auch oft so, dass man einfach beigetragen hat sozusagen zu dem,
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was die Gemeinschaft brauchte.
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Und genau, heute gehen wir sozusagen von einem anderen Ausgangspunkt aus,
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von dem Ausgangspunkt, dass wir sehr,
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individualisierte, isolierte, lohnarbeitende Menschen sind, die wieder lernen
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dürfen, wie eigentlich Gemeinschaft funktioniert,
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wie man sie zum Gelingen bringt, wie Gemeinschaft überhaupt entsteht.
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Und bevor ich aber damit einsteige, vielleicht ein paar Worte zu der Frage,
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wozu eigentlich Gemeinschaft? Also warum denken wir als MYZELIUM,
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dass Gemeinschaft so zentral und wichtig ist für die Transformation.
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Die wir vor uns haben oder in der wir mittendrin stehen.
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Und einerseits ist Gemeinschaft eben ganz zentral für uns selbst,
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also für uns Menschen und für unsere Gesundheit.
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Genau, also es gibt mittlerweile viele Studien, die zeigen, dass die Qualität
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unserer Beziehungen oder ob wir Beziehungen haben und wie tief die sind,
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diese Beziehungen, dass daran maßgeblich,
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unser Glück sozusagen bemessbar ist und unsere Gesundheit.
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Also ob wir glücklich und gesund alt werden, hängt davon ab,
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ob wir belastbare, gute, gelingende Beziehungen führen.
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Dann ist Gemeinschaft auch einfach ein menschliches Grundbedürfnis,
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also sich zugehörig zu fühlen zu einer Gruppe ist fundamental wichtig und fehlt
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diese Zugehörigkeit zu einer Gruppe, dann entsteht Stress, Einsamkeit und Sinnverlust.
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Die AfD hat das ganz gut verstanden und öffnet irgendwie Gaststätten und Orte
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einfach nur für Bratwurst und Bier und zusammenkommen.
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Und ich glaube, genau, weil einfach da viele einsame Menschen auch einfach draußen
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unterwegs sind, die sich nach dieser Zugehörigkeit sehnen und deshalb auch,
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dann am Ende sich vielleicht einer Partei oder einer Gruppe zugehörig fühlen,
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einer politischen Gruppe zugehörig fühlen, die ihnen diese Gemeinschaft und Zugehörigkeit gibt.
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Erstmal unabhängig davon, ob sie eigentlich für die politischen Inhalte sind
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oder ob die sinnvoll sind für ihr Leben. Naja, ich will nicht politisch werden.
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Ihr habt es jetzt mal gehört. Gemeinschaften sind wichtig für das Gefühl der Zugehörigkeit.
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Auch zentral für diese Zeiten ist die Widerstandsfähigkeit in Krisen.
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Es ist so, dass Gemeinschaften mit dichten Netzwerken sich eben schneller von Katastrophen erholen.
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Und es ist wichtiger zum Beispiel als Geld und Infrastruktur in der Bewältigung von Krisen.
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Also wenn soziales Kapital in Gesellschaften vorhanden ist, dann erholen sich
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diese Gesellschaften sehr, sehr viel schneller.
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Genau, wenn ihr Quellen wollt, ich würde sie jetzt nicht immer nennen,
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weil das so holprig ist, aber ihr könnt mir gerne eine Mail schreiben,
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falls ihr diese haben wollt oder die Präsentation haben wollt dazu.
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Genau. Ich würde gerne auch noch eine Sache dazulegen, die ich von meiner Professorin
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gelernt habe, Silja Kaupe,
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die nochmal betont hat, dass in Zeiten, wo eben das System sich destabilisiert und,
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genau die Metastrukturen sozusagen, die gesellschaftlichen Strukturen sich destabilisieren,
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und parallel auch das Individuum sozusagen unsicher ist und nicht gefestigt ist,
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In den Seiten ist es die Meso-Ebene, also die Ebene der Gemeinschaften,
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die anfängt zu tragen und die anfängt auch Krisen zu bewältigen,
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innovativ zu sein, handlungsfähig zu sein.
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Und in diesem Sinne, glaube ich, gehen wir auch als MYZELIUM so sehr für Gemeinschaften,
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weil wir glauben, dass es jetzt gerade die Zeit der Gemeinschaften ist,
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die gestaltungsfähig sein können.
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Genau. Elena Ostrom hat Gemeinschaften auch beschrieben und hat dort auch gezeigt,
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dass Gemeinschaften oft eben effizienter sind in der Verwaltung von gemeinsamen
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Ressourcen als Markt oder Staat,
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dass die Ressourcenverwaltung in Gemeinschaften oft sehr effizient und nachhaltig ist.
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Dann ein ganz wichtiger Punkt, glaube ich, den ich vorhin schon mit der AfD
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erwähnt habe, für Demokratie und Zusammenhalt.
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Also dass wir Vereine haben, dass wir Nachbarschaftsnetzwerke haben,
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dass wir Vertrauen ineinander auch in Menschen haben, die uns vielleicht politisch
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fern sind, aber mit denen wir trotzdem in Berührung sind über diverse regionale Vereine,
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oder Gemeinschaften.
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Stärkt eben Demokratie und Zusammenhalt, weil man lernt, auszuhandeln,
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weil man lernt, Verantwortung zu übernehmen und weil man lernt,
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miteinander Kompromisse zu machen in der.
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Gemeinsamen Organisation und Verwaltung von Ressourcen. Genau,
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und am Schluss vielleicht noch ein philosophischerer Grund, nämlich für Sinn und Resonanz.
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Resonanz kennt ihr schon den Begriff von Hartmut Rosa, den erwähne ich ja sehr
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oft, weil er mir irgendwie sehr viel erklärt.
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Nämlich die lebendige Beziehung zur Welt beschreibt Resonanz.
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Also das in Verbindung stehen zur Welt, zu sich, zu anderen Menschen.
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Und.
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Eine Gemeinschaft ist eben einer der wichtigsten Resonanzräume,
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der uns prägt und in dem wir gesehen werden und in dem wir etwas bewirken können,
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weil er eben sehr nah an uns dran ist.
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Und Ulrike Herrmann hat in einem schönen Interview, was ich mal von ihr gehört
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habe, auch gesagt, naja, was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Wonach streben wir?
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Oder was ist der Sinn? Warum sind wir da?
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Und dann hat sie gesagt, naja, objektiv gibt es keinen Sinn,
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aber wir produzieren ihn uns immer wieder selbst und zwar nur im Gegenüber sozusagen.
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Im Austausch mit anderen Menschen produzieren wir uns unseren Sinn,
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unsere Daseinsberechtigung.
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Und ich glaube, es ist ganz relevant, dass wir uns dem auch bewusst werden,
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weil es eben nicht sinnstiftend ist, zum Beispiel mit einem Bildschirm zu sein.
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Und das merkt man auf Dauer, wenn man eben alleine ist.
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Genau, das vielleicht mal zu den Gründen, warum wir uns mit Gemeinschaft beschäftigen,
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und jetzt zu der Frage, wie eigentlich Gemeinschaft entsteht,
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was braucht es da für Zutaten.
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Und ja, es gibt ein Paper von, schon aus den 80ern, von Macmillan und Javis,
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die das Gemeinschaftsgefühl beschreiben, wie entsteht Gemeinschaftsgefühl.
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Und das ist einerseits eben dieses Element der Zugehörigkeit.
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Und dazu, um Zugehörigkeit zu fühlen, braucht es eben ein spürbares Drinnen,
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und eben damit auch in irgendeiner Form eine Grenze, die zwar nicht unbedingt
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ausschließen muss, aber Halt gibt.
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Heißt zu sagen, okay, wir brauchen irgendwie einen Kreis, der uns umgibt,
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weil wir sonst keine Gemeinschaft sind.
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Und da Regeln des Beitritts und auch wieder des Austritts aus dieser Gemeinschaft
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festzulegen, ist ganz, ganz wichtig.
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Dann gibt es das Element des Einflusses, also dass man mitgestalten kann, dass man.
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Mitbestimmen kann, mitgestalten kann und eben auch die Gemeinschaft auf sich
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wirken lässt und man Lust hat auch,
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mit der zu interagieren, Also das eigene Verhalten an die Gemeinschaft anzupassen,
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aber auch das eigene in die Gemeinschaft einzubringen.
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Das dritte Element ist die Bedürfniserfüllung.
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Das ist, glaube ich, logisch irgendwie. Es soll einem Freude machen,
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sozusagen da dabei zu sein.
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Das soll irgendwie sinnstiftend sein oder auch den Alltag erleichtern.
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Das soll praktisch sein.
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Es soll Freude machen und Bedürfnisse von mir erfüllen. In was für einer Form auch immer.
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Müssten nicht materielle sein, können auch immaterielle Bedürfnisse sein. Wie gute Gefühle.
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Genau. Und das letzte Element ist die geteilte emotionale Verbundenheit.
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Und das sind die gemeinsamen Geschichten, die gemeinsamen Erlebnisse,
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die man teilt oder gemeinsam durchgestattene Krisen oder Konflikte,
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auf die man zurückblickt.
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Genau, und ich glaube, es ist ganz zentral, dass man sich diese Zeit auch nimmt
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in Gemeinschaften, auch Geschichten immer wieder zu erzählen.
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Ja, vielleicht spielt da auch, genau, vielleicht ist es auch mit Blick auf so,
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Mehrgenerationenprojekte, ist es auch einfach schön,
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da auch Raum für ältere Menschen zu geben, die in die Rolle der Geschichtenerzähler
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eher schlüpfen dann und Kultur so weitergeben.
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Genau, also vier Elemente, Zugehörigkeit, Mitgestaltung, Bedürfniserfüllung,
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und geteilte emotionale Verbundenheit über gemeinsame Erfahrungen und Geschichten.
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Dazu gehört natürlich auch zum letzten Punkt, dass man irgendwie gemeinsam Dinge tut.
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Also, dass man gemeinsam kocht, gemeinsame Feste feiert, wie auch immer. Ihr versteht das.
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Genau. Vielleicht, Elena Ostrom hat auch sozusagen untersucht,
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die ist ja eine der Vorweiterinnen der Commons-Bewegung zum Beispiel auch und
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hat sich mit Commons beschäftigt, also mit Gütern, die keinem gehören,
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sondern die gemeinsam verwaltet,
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gemeinsam gestaltet, gemeinsam organisiert, verwaltet werden.
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Und sie hat sich da angeschaut, was braucht es eigentlich für eine gemeinsame
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Praxis, um da eine verantwortungsvolle Gemeinschaft zu bauen,
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die auch verantwortungsvoll mit diesen Ressourcen umgeht.
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Und das sind eben vier Elemente. Einerseits Rituale und Rhythmus,
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also regelmäßige Treffen, wiederkehrende Formate, damit eine Verlässlichkeit entsteht.
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Man weiß, woran man ist. Rituale geben einem Sicherheit, wiederkehrende Formate
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geben einem Sicherheit und genau, diese Verlässlichkeit entsteht aus den Wiederholungen.
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Dann aber auch der Umgang mit Konflikten, dass man eben umgeht mit Konflikten
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und sie nicht totschweigt und an den Teppich kehrt.
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Leute vielleicht einfach gehen, ohne den Konflikt zu klären,
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sondern es ist wirklich zentral, dass Konflikte,
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bewusst durchlebt werden gemeinsam und man auch Lust hat.
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Dass da die Bereitschaft ist, den Konflikt auch auszuhalten.
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Dann eben die Praxis des Beitragens, also wie werden Entscheidungen getroffen,
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wie werden Menschen mit eingebunden, wie können sie teilgeben,
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also wie können sie beitragen,
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weil ganz wichtig ist eben, dass sich auch die Gemeinschaftsmitglieder gebraucht
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fühlen und sich nützlich einbringen können in die Gemeinschaft.
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Und dann auch hier nochmal der letzte Punkt, ähnlich wie davor,
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dieses Teilen von Geschichten, was irgendwie sehr zentral ist für Gemeinschaften.
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Was wir, glaube ich, hier im Podcast auch ein bisschen zu wenig tun.
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Also naja, eigentlich erzählen wir immer nur Geschichten, aber vielleicht dürfen
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wir mehr in die Rolle des Geschichtenerzählers oder der Geschichtenerzählerin
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eintauchen auch und da auch ganz.
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Ja, uns bewusst die Zeit nehmen für mehr Geschichten aus unserem Ökosystem.
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Wenn ihr also eine Geschichte zu erzählen habt, Ihr habt hier mal die Einladung,
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gerne mich zu kontaktieren auch per Mail, die findet ihr im Internet und mir
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eure Geschichte in Kurz zu erzählen und dann könnt ihr vielleicht auch mal hier vorbeikommen.
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Genau, was ich dachte, was zentral ist auch für Gemeinschaften ist,
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dass man sich gegenseitig vertraut und ich habe mich gefragt,
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wie entsteht eigentlich Vertrauen?
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Und es ist ja gerade so eine Zeit, wo man das Gefühl hat, dass Vertrauen kaputt
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geht. Vertrauen in Institutionen, Vertrauen in PolitikerInnen, Vertrauen ineinander.
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Und ich habe mich gefragt, was braucht es eigentlich für Vertrauen,
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damit Vertrauen entsteht.
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Und habe da auch ein Paper aus den 90ern gefunden. Und es sind wohl drei Elemente,
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die da vorgeschlagen werden.
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Also einerseits entsteht Vertrauen.
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Wenn man dem Menschen Kompetenz zuschreibt oder der Institution Kompetenz zuschreibt,
0:14:41–0:14:44
also kann die Person oder kann die Organisation, was sie zusagt.
0:14:46–0:14:52
Die Frage des Wohlwollens. Meint der Mensch, meint die Organisation es gut mit mir?
0:14:52–0:14:54
Also fühle ich mich sicher? Glaube ich, dass sie mir.
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Wohlwollend zugewandt ist? Oder eben nicht?
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Habe ich vielleicht schon mal schlechte Erfahrungen gemacht und glaube deshalb
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nicht mehr an die wohlwollende Einstellung?
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Ja, und dann das dritte Element der Integrität. Also handelt die Person oder
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die Organisation nach Prinzipien, die ich nachvollziehen kann?
0:15:16–0:15:18
Also ist sie konsistent?
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Tut sie das, was sie sagt?
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Ja, stellt sie moralische Prinzipien auf und hält sich auch selber da dran oder eben nicht?
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Genau, wenn diese drei Elemente erfüllt sind, Kompetenz, Wohlwollen und Integrität,
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dann entsteht Vertrauen.
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Wir haben ja in unserer Begleitung oft sehr den Fokus gehabt darauf,
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auf irgendwie eine wirtschaftliche Stabilisierung hinzubekommen mit den Unternehmen
0:15:40–0:15:47
und vor allem UnternehmerInnen bis zur Beitragsrunde zu begleiten, bis zur ersten.
0:15:47–0:15:51
Und hatten danach immer die Vorstellung, dass es dann eigentlich erst richtig
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losgeht und wir mit den Gemeinschaften dann erst arbeiten wollen,
0:15:54–0:15:57
kam aber nie so richtig dazu, das auch hinzubekommen.
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Und ich glaube, das wird sich jetzt langsam verändern. Wir bauen gerade das
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Ökosystem neu auf, stabilisieren das, wollen es besser mit Ressourcen ausstatten,
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damit in diesem MYZELIUM-Ökosystem, in dem ihr übrigens Fördermitglied werden,
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dürft, also dieser Podcast wird auch ausgegeben von diesem gemeinnützigen Verein.
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Wo wir dann mehr und mehr mit den Gemeinschaften arbeiten wollen.
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Der gemeinschaftsbasierten Unternehmen, die wir begleitet haben.
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Wenn ihr also in so einer Gemeinschaft seid.
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Meldet euch gerne, werdet Mitglied im Verein, auch als Organisation,
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einfach als solidarische Unterstützung und fragt uns gerne an,
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ob wir da zum Beispiel einen Community Weaving Workshop mit euch machen.
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Community Weaving ist eine Methode, die haben eine tolle Seite,
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community-weaving.org.
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Also das Verweben von Gemeinschaften, als wäre sie für uns gemacht,
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diese Seite für unsere Arbeit.
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Und die schlagen fünf Elemente für eine gesunde Gemeinschaft vor,
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wie gesunde Gemeinschaften gewebt werden.
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Und das ist einerseits sich anzuschauen, was bringt uns eigentlich zusammen.
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Das Feuer sich anzuschauen und zu gucken, okay, was sind eigentlich,
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wofür brennen wir eigentlich, was macht uns Freude, was zieht uns an, was ist unser Sinn.
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Das zweite Element ist das Netz.
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Und das Netz ist, ja, so wie Netze eben sind, vielfach verzweigt und irgendwie
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als einzelner Strang instabil, erst in sozusagen, erst in der Gemengenlage stabilisierend.
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Und das Netz beschreibt eigentlich die vielen Beziehungspunkte,
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die vielen Verbindungspunkte in so einer Gemeinschaft. Und da kommt es auf die
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kleinen Elemente an, also auf
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die Beziehungen, die zwischen den Menschen entstehen in der Gemeinschaft.
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Genau, wo Vertrauen aufgebaut wird, wo man anfängt, sich gegenseitig zu unterstützen,
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wo man gemeinsam schöne Erfahrungen macht.
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Dann gibt es das Element des Rhythmus.
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Das ist so ein bisschen der Punkt der Rituale, auch wie treffen wir uns regelmäßig,
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wie arbeiten wir zusammen, genau, was für Formate gibt es, einfach dieses sicherheitsstiftende,
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wiederkehrende Element,
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wie man sich gemeinsam organisiert, begegnet.
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Genau. Dann gibt es die Kreise.
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Das Element der Kreise beschreibt eigentlich die Frage der, also ich würde jetzt
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mal plump aus meiner Welt kommen, sagen der Governance. Also wie treffen wir Entscheidungen?
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Wer übernimmt welche Verantwortung? Wie verteilen wir Aufgaben und Rollen?
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Ja, genau. Wer übernimmt welche Verantwortung?
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Und hat auch welche Freiheit darin?
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Das letzte Element ist auch spannend, weil mir das gar nicht so bewusst war,
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bevor ich mich damit befasst hatte, die Spirale, das Element der Spirale.
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Da ist die Unterfrage, wie wir durch Gemeinschaft reisen.
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Da ist so ein bisschen die Idee, dass das Element der Zeitlichkeit da mit drin
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ist, dass es in Ordnung ist, oder dass es einfach so ist, dass Gemeinschaften
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sich entwickeln, dass Leute dazu stoßen, dass Leute auch wieder gehen.
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Und die Frage ist, wie man damit umgeht, also wie man diese Übergänge,
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die immer, immer wieder vor sich gehen, die ständige Veränderung,
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die einfach zu dem Leben dazugehört, wie wir damit umgehen und was es dafür
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braucht in unserer Gemeinschaft, um,
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Beitritte zu organisieren, aber auch Abschiede zu organisieren und darin trotzdem
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als Gemeinschaft stabil zu bleiben.
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Genau, das war vielleicht ein kurzer und knackiger Podcast zum Thema Wirtschaft,
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wo ihr vielleicht nochmal so ein bisschen ein Gespür bekommen habt,
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was relevant sein könnte zum Thema Gemeinschaft.
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Habe ich Wirtschaft gesagt gerade, weil ich immer über Wirtschaft spreche.
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Ich glaube, es ist zentral auch für Wirtschaft, weil wenn wir gute,
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stabile Gemeinschaften hinbekommen.
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Die sich dann in den verschiedenen Bedürfnisbereichen organisieren,
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also nehmen wir mal an, wir haben die Gemeinschaft,
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um den Unverpacktladen, um den Bioladen, um den Lebensmittelladen,
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der auch vielleicht ein dritter Ort ist, wo man vielleicht Textilien reparieren kann, tauschen kann,
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wo man vielleicht ein Carsharing hat, wo man vielleicht einen Raum hat,
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um Feiern zu feiern, wo man vielleicht, keine Ahnung, einen Raum hat,
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um Sport gemeinsam zu machen.
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Dann entsteht eine Gemeinschaft, die vielfältige Erlebnisse miteinander teilt,
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und sich auch durch Krisen tragen kann.
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Und diese Gemeinschaften wollen wir mit euch gemeinsam aufbauen.
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Heißt, meldet euch, wenn ihr da Unterstützung braucht. Wir kommen gerne mal
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vorbei für einen Workshop und ja.
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Gehen für eine Welt des gemeinschaftsgetragenen, gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens.
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Ich freue mich von euch zu hören und wünsche euch noch eine gute Woche.
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Bis bald. Tschüss.
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MYZELIUM-Ökosystem und werde Teil einer Gemeinschaft, die tiefgreifende Veränderung bewirkt.
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Denn die Gemeinschaft von heute ist der Wandel von morgen. Schön,
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dass du heute mit dabei warst.
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Wenn du andere Menschen kennst, für die das auch hilfreich sein könnte,
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dann teile doch gerne diese Folge und hilf uns, die Idee des gemeinschaftsbasierten
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Wirtschaftens weiter zu verbreiten.